Jethro Tull
Ian Anderson von der britischen Rockband Jethro Tull mit seiner Querflöte in einer Aufnahme von 1978.
IMAGO/United Archives

Dass aus dem Burgenland mitunter mit scharfen Tönen quergeschossen wird, ist man gewohnt. Am Samstag, 8. 7., wird allerdings im Schlosspark Esterházy in Eisenstadt beim traditionellen Best-Ager-Festival Lovely Days mit der Querflöte Ian Andersons ein besonders schweres Geschütz in Stellung gebracht.

Anderson kennt man auf einem Bein stehend von seiner seit Ende der 1960er-Jahre aktiven Band Jethro Tull mit dem alten zivilisationskritischen Lagerfeuerklassiker Locomotive Breath und Götteralben wie Aqualung oder Songs from the Wood von 1971 und 1977. Auf einem Bein stehend und in die Flöte hupend ist Anderson mit Jethro Tull noch immer aktiv. Das aktuelle Album RökFlöte von 2023 befasst sich mit nordischer Mythologie, die Mischung aus britischem Folk und Progressive Rock ist geblieben. In Deutschland und Österreich erreichte das Album den sagenhaften vierten Platz in den Verkaufscharts. Nick Cave ist übrigens ein großer Fan von Jethro Tull. Kein Witz.

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Auch über die verschiedenen Inkarnationen von Manfred Mann’s Earth Band könnte man von den 1960er-Jahren herauf mit Hits wie Ha! Ha! Said the Clown oder Do Wah Diddy Diddy und Pretty Flamingo Bücher schreiben. In seiner besten Phase widmete sich der heute 82-jährige Südafrikaner auf tollen Alben wie Solar Fire ebenfalls dem Progressive Rock. Spätere Hits wie Blinded by the Light oder Davy’s on the Road Again kennt man noch heute aus den diversen heimischen Regionalradios.

Manfred Manns Earth Band (MMEB)

Weiters treten die Überreste von Bob Marleys Band The Wailers auf, die alten deutschen Rocker Birth Control, die heimische Bluespumpn mit Gast Harri Stojka sowie der Sohn von John Lee Hooker. Als Festivalbaby konnte man die 36-jährige britische Blue-Eyed-Soul-Sängerin Joss Stone verpflichten. (schach, 7.7.2023)