O-Töne
Milena Michiko Flašar wird am 3. August im Museumsquartier bei Schönwetter open-air lesenlesen.
Helmut Wimmer

Luca Kieser hat Philosophie und Sprachkunst studiert, sein Fokus liegt mittlerweile auf Naturethik. Sein erster Roman Weil da war etwas im Wasser verbindet alle drei Kompetenzen, das Scharnier bildet die Tierart Riesenkalmar. Ein solcher erzählt in dem Buch, nachdem er mit seinen Tentakeln ein Tiefseekabel berührt hat, von sich selbst – aber es sind Menschen, die von ihm erzählen.

Die Schwierigkeit, als Mensch von Tieren zu erzählen, ist den Protagonisten wie auch Kieser bewusst, gerade deshalb tut er das ja. Und liest daraus am 17. August beim Literaturfest O-Töne im Wiener Museumsquartier vor, als Support-Act von Autorin Sabine Gruber, in deren neuem Roman Die Dauer der Liebe es quasi als Kontrast um ganz Menschliches geht: Eine Frau hat ihren Partner verloren. Was ist nun? Was war? Kieser und Guber sind eines von acht Duos, die heuer wieder bei freiem Eintritt im Haupthof zusammengespannt werden.

Es ist die 20. Ausgabe, erneut haben Daniela Strigl und Klaus Kastberger kuratiert. Eröffnet wird diesen Donnerstagabend mit Birgit Birnbachers sozial harter Gesellschaftsbeschreibung Wovon wir leben und in der Schiene Debüts mit dem ersten Roman oft manchmal nie der Lyrikerin Cornelia Hülmbauer. Es folgen die vorjährige Bachmannpreisgewinnerin Ana Marwan und Greta Lauer (20. 7.).

Leichen, Kaiser, Obdachlose

Teresa Präauer ist mit ihrer Bobo-Dinnereinladung das krasse Gegenstück zu Birnbacher, sie kommt mit Johanna Sebauer am 27. Juli dran. Milena Michiko Flašar nimmt das Publikum mit an Leichenfundorte und Fabian Wakolbinger zur Wahl des Kaisers der Obdachlosen (3. 8.). Teenager spielen in den Romanen von Tonio Schachinger und Matthias Gruber (10. 8.) die Hauptrollen.

Druckfrische Bücher stellen Laura Freudenthaler (Arson) und Franz Schuh (Ein Mann ohne Beschwerden) vor, mit ihnen lesen Karoline Therese Marth (24. 8.) und Eva Reisinger (31. 8.). (wurm) Autorin Milena Michiko Flašar lädt ein zur literarischen Begehung von Leichenfundorten: im Doppel mit Fabian Wakolbinger am 3. August. (wurm, 12.7.2023)