Wien – Die Fachhochschulen (FH) werden ab Herbst mit zusätzlichen 350 Studienplätzen für Einsteigerinnen und Einsteiger bedacht. In den Genuss des Ausbaus kommen fünf Standorte in Wien, Niederösterreich und Tirol. Das hat Bildungs- und Wissenschaftsminister Martin Polaschek (ÖVP) am Mittwoch verkündet. Begründet wurde die gezielte Auswahl mit dem Mint-Schwerpunkt der Aktion – und den knappen Kapazitäten in den ausgewählten Hochschulen.

Insgesamt wird der Bund bis 2027 zusätzliche 2.625 von ihm finanzierte Plätze zur Verfügung stellen. Mit dem Schritt will man vor allem auf die hohe Nachfrage nach Angeboten im Bereich Mint (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) beziehungsweise bei den Themengebieten Digitalisierung und Nachhaltigkeit reagieren. Zum Zug kamen nun FHs, die hier eine wichtige Rolle spielen.

Bis 2026 will der Bund insgesamt 1,8 Milliarden Euro in den Fachhochschulsektor investieren.
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Die Plätze werden an der FH Technikum Wien, der FH Campus Wien, der IMC Fachhochschule Krems, der FH St. Pölten und am MCI Innsbruck eingerichtet. Konkret sind es 286 Plätze in FH-Bachelor- und 64 in FH-Masterstudiengängen. Der Löwenanteil entfällt auf den Bereich Informatik.

14 FHs bewarben sich für Zuschlag

Beworben haben sich von den 21 österreichischen Fachhochschulen insgesamt 14. Dass nur fünf davon einen Zuschlag erhielten, begründete Polaschek unter anderem damit, dass es an den betreffenden Standorten generell eine sehr hohe Nachfrage nach Studienplätzen gibt. Dies sei nicht überall so, gab er zu bedenken. 14 Prozent der FH-Plätze könnten bundesweit nicht mit Studierenden befüllt werden.

Ein Student lugt zwischen den Büchern eines Bücherregals hervor. 
Nicht überall ist die Nachfrage nach Studienplätzen an FHs gleich hoch.
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Die Rektorin der FH Technikum Wien, Sylvia Geyer, und Geschäftsführer Florian Eckkrammer bestätigten, dass in der Einrichtung in Wien-Brigittenau die Nachfrage enorm sei. Man habe in der Vergangenheit immer wieder Bewerberinnen und Bewerbern absagen müssen. Mit den zusätzlichen Plätzen sei man nun bestens für das neue Studienjahr gewappnet. Insgesamt sind am Technikum rund 4.500 Studierende inskribiert.

Maßnahme gegen Fachkräftemangel

Dass der Ausbau der Plätze eine wichtige Maßnahme gegen den Fachkräftemangel darstellt, hob auch Christian Friesl, Bereichsleiter für Bildung und Gesellschaft in der Industriellenvereinigung, hervor. Drei von vier Unternehmen hätten seit Jahren Probleme im Mint-Bereich, berichtete er.

Generell wird der Bund bis 2026 insgesamt 1,8 Milliarden Euro in den Fachhochschulsektor investieren, erläuterte Polaschek. Dies seien um 284 Millionen Euro mehr als bisher. Die Budgetsteigerung betrage 18,4 Prozent. Auch Sondertöpfe für einzelne Projekte gebe es – mit einer Dotierung von insgesamt 14 Millionen Euro jährlich, wie er betonte. (APA, 12.7.2023)