Angoulême – Einfach so herumstehen, sitzen oder gar liegen ist im Zentrum der westfranzösischen Stadt Angoulême jetzt unter Strafe verboten – zumindest dann, wenn dadurch andere behindert werden. "Verboten ist jede missbräuchliche und lang andauernde Besetzung von Straßen und anderen öffentlichen Räumen", heißt es in einem Erlass, der insbesondere alkoholisierte und lärmende Gruppen aus der Innenstadt fernhalten soll, wie der Sender France Info am Montag berichtete.

Die schmucke Mittelalterstadt Angoulême
Die schmucke Mittelalterstadt Angoulême.
Getty Images/iStockphoto

Unterbunden werden soll damit "ein störendes, provozierendes oder behinderndes Verhalten". Untersagt wird das Sitzen oder Liegen, wenn es den Fußgängerverkehr behindert, sowie das Stehen vor allem in Gruppen, wenn der Durchgang und Personenverkehr beeinträchtigt werden. Bei einem Verstoß gegen den Erlass droht eine Strafe von 35 Euro, im Wiederholungsfall bis zu 150 Euro. Als Maßnahme gegen Bettler will der städtische Beigeordnete Philippe Pousset das Verbot nicht verstanden wissen, wie er der Zeitung "Le Parisien" sagte. "Jemand, der bettelt, ohne den öffentlichen Raum zu behindern, stellt kein Problem dar. Eine Person, die mitten in einer Fußgängerzone liegt, schon." Angoulême hat rund 41.000 Einwohner und wird von vielen Touristen besucht.

Die französische Stadt ist in bester Gesellschaft. Auch Portofino hat genug von Touristen, die die Straßen verstopfen. Die malerisch gelegene italienische Stadt hat vor wenigen Wochen für Aufsehen gesorgt, weil sie jetzt Bußgelder gegen Touristinnen und Touristen verhängt, die sich zu lange an beliebten Fotospots aufhalten. (APA, dpa, red, 17.7.2023)