Rom/Frankfurt –Die italienischen Staatsbahnen FS setzen auf internationale Expansion und blicken nach Deutschland. Das Unternehmen will langfristige Projekte verwirklichen, dazu gehört etwa der überfällige Ausbau des grenzüberschreitenden Verkehrs Richtung Österreich und Deutschland. Spätestens im Jahr 2026 will die Bahntochter Trenitalia mit dem Hochgeschwindigkeitszug "Frecciarossa" von Mailand über Tirol nach München fahren, so Bahnchef Luigi Ferraris gegenüber der "FAZ" (Donnerstag).

Soll bald schon auf deutschen Gleisen unterwegs sein: die superschnellen Frecciarossa-Züge.
Soll bald schon auf deutschen Gleisen unterwegs sein: die superschnellen Frecciarossa-Züge.
AFP/GABRIEL BOUYS

Die Verbindung, die heute mindestens sieben Stunden und 17 Minuten braucht und Umsteigen erfordert, soll dann direkt in etwas mehr als vier Stunden zu bewältigen sein, kündigte die FS-Tochter Trenitalia laut der "FAZ" an. Man wolle das Angebot in Kooperation mit der Deutschen Bahn aufbauen, heißt es in Rom, womit die Kosten und der Gewinn geteilt werden sollen. Vor allem hoffe Trenitalia auf akzeptable Gleisgebühren und eine rasche Genehmigung des Zugs "Frecciarossa" auf deutschen Gleisen, wo er bisher nicht fahren darf. Die Prüfungsverfahren sind oft langwierig und kostspielig.

Bahnchef Ferraris kann sich zudem Partnerschaften mit osteuropäischen oder Gesellschaften außerhalb Europas wie in den Vereinigten Staaten oder Indien vorstellen, um dort den Hochgeschwindigkeitsverkehr auszubauen. Als Voraussetzung sieht er ein Gleisnetzwerk exklusiv für die superschnellen Züge.

In einigen Tagen wollen die italienischen Staatsbahnen auch eine neue Tochtergesellschaft vorstellen, die vor allem nicht so bekannte touristische Ziele anpeilt, berichtete das Blatt. "Es gibt etliche Strecken, wie zum Beispiel nach Ravenna, die wiederbelebt werden können. Mit der Einführung unserer Nostalgiezüge haben wir gesehen, wie Dörfer in weniger bekannten Tälern wieder aufleben können", wurde Ferraris zitiert. Die Verbindungen sollen vor allem am Wochenende mit Zügen angeboten werden, die nur von Montag bis Freitag ausgelastet sind. (APA, 20.7.2023)