European Medicines Agency
Die Europäische Arzneimittelbehörde Ema stand in den vergangenen Jahren vor allem beim Thema Covid-Schutzimpfungen oft im Rampenlicht, ist aber auch für die Zulassung zahlreicher anderer Impfungen berufen.
REUTERS/Piroschka van de Wouw/File Photo

Frankfurt – In der Europäischen Union könnte bald erstmals ein Impfstoff zum Schutz von Säuglingen gegen das Atemwegsvirus RSV auf den Markt kommen. Der zuständige Ausschuss der Arzneimittelbehörde Ema empfahl am Freitag die Zulassung des Vakzins Abrysvo des US-Pharmakonzerns Pfizer zur passiven Immunisierung von Säuglingen bis zum Alter von sechs Monaten durch Verabreichung des Impfstoffs an die Mutter während der Schwangerschaft. Er gab zudem grünes Licht für die aktive Immunisierung von Erwachsenen ab 60 Jahren. Laut Ema ist RSV bei Kindern die häufigste Ursache für Krankenhausaufenthalte in Europa. Die finale Entscheidung liegt noch bei der EU-Kommission. Deren Zustimmung gilt aber als Formsache.

In den USA ist Abrysvo seit kurzem bereits für die Impfung gegen RSV bei älteren Erwachsenen zugelassen. Bis August wird dort eine Entscheidung zum Einsatz bei Schwangeren erwartet. In der EU hatte für ältere Erwachsene als erster RSV-Impfstoff das Mittel Arexvy des britischen Pharmakonzerns GSK grünes Licht erhalten. Bei Schwangeren passieren nach Angaben der EMA die durch die Abrysvo-Impfung erzeugten neutralisierenden Antikörper die Plazenta und schützen das Kind bis zu sechs Monate nach der Geburt.

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist ein weltweit verbreiteter Erreger von akuten Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege und eine der Hauptursachen für Lungenentzündungen bei Kleinkindern und älteren Menschen. In Europa führt RSV nach Angaben von GSK bei Erwachsenen ab 60 Jahren jedes Jahr zu über 270.000 Krankenhausaufenthalten und etwa 20.000 Todesfällen. (Reuters, 21.7.2023)