Junge Frau erklärt Kollegin und Kollegen ein Projekt
Junge Unternehmerinnen und Unternehmer blicken mit großer Vorsicht in die Zukunft.
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Mehr als ein Drittel der österreichischen Jungunternehmerinnen und -unternehmer (bis 40 Jahre) rechnet mit einer Verschlechterung, 23 Prozent erwarten eine Verbesserung der Konjunktur im laufenden Geschäftsjahr. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Konjunkturbarometer, den das Market-Institut im Auftrag der Jungen Wirtschaft (JW) halbjährlich erstellt. Von der Politik erwarten sich die Befragten Entlastungen bei Steuern und Lohnnebenkosten, eine Arbeitszeitverkürzung wird klar abgelehnt.

Im Vergleich mit den Erhebungen des Vorjahres zeige sich, dass Betriebe, die von jungen Chefs geführt werden, seit einem Jahr unverändert vorsichtig sind und dass sie auch die kommenden Jahre für schwer planbar halten, fasst David Pfarrhofer, Vorstand des Market-Instituts, die Ergebnisse der jüngsten Umfrage zusammen.

Steuerliche Entlastungen

Besonders die Produktions- und Energiekosten bereiten den heimischen Jungunternehmern Sorgen: 36 Prozent spüren nach eigenen Angaben stark, dass die Kunden weniger kaufen. Knapp die Hälfte geht auch davon aus, dass sich die Kostensituation weiter verschlechtern werde. Im Vergleich zum Vorjahr sei aber auch hier ein leichter Hoffnungsschimmer bemerkbar. Damals gingen knapp 60 Prozent davon aus, dass sich die Situation noch einmal verschlechtern werde.

Von der Regierung erwarten sich die jungen Unternehmerinnen und Unternehmer in erster Linie eine Entlastung bei Steuern und Lohnnebenkosten. Aber auch Überstunden sollten steuerlich attraktiver werden, lautet eine Forderung der JW. "Der Fachkräftemangel ist ein Dauerbrenner für die heimische Wirtschaft. Mit unserer Forderung nach zehn steuerfreien Überstunden pro Woche könnten die Betriebe deutliche Anreize setzen, den Arbeitskräftemangel zumindest teilweise abzufedern und Fachkräfte im Betrieb zu halten. Denn wer leistungsbereit ist, soll auch stärker profitieren", sagt Bettina Pauschenwein, Bundesvorsitzende der JW.

Eine klare Position gibt es auch beim Thema Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich: 71 Prozent der Befragten sind gegen eine Verkürzung. Je mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Betrieb hat, desto deutlicher ist die Ablehnung gegenüber diesem Vorschlag.

Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht

Trotz vorsichtiger Einschätzung der wirtschaftlichen Zukunft plant ein Viertel der Befragten die Einstellung von neuen Arbeitskräften in den kommenden Monaten. "Diese Zahl mag niedrig erscheinen, aber jedes zweite Unternehmen in der Jungen Wirtschaft ist ein EPU", merkt Pfarrhofer an. Bei den Unternehmen, die bis zu fünf Mitarbeitende haben, plant bereits ein Drittel eine Personalaufstockung. Generell sei diese Entwicklung im Vergleich mit dem vorangegangenen Konjunkturbarometer sehr stabil, ergänzt er.

Bei 41 Prozent der Betriebe sei der Arbeitskräftemangel bereits jetzt spürbar. Für junge Unternehmen ist bei 58 Prozent die mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Familie der wichtigste Faktor, um dem Mangel entgegenzuwirken. Naheliegend, dass 72 Prozent der jungen Betriebe den Ausbau der Kinderbetreuung als wichtigste Zukunftsinvestition sehen. Beim Klimaschutz plädieren 70 Prozent der Befragten für eine Klimapolitik "mit Hausverstand", die unternehmerisch und technologieoffen ist und nicht mit Strafen und Verboten agiert. (ost, 26.7.2023)