Perseiden Sternschnuppen
Am zweiten August-Wochenende ist wieder Perseiden-Zeit: Dann sind besonders viele Sternschnuppen am Himmel zu sehen.
IMAGO/Reichwein

Ab Freitag setzen sich in ganz Österreich größtenteils wieder Sonne und klarer Himmel durch. Kombiniert mit der idealen Mondphase (kurz vor Neumond) ergibt das beste Voraussetzungen für den am zweiten August-Wochenende anstehenden Perseiden-Regen, der alljährlich etwa zur selben Zeit stattfindet. Stets gegen Ende der ersten Augusthälfte kreuzt die Erde auf ihrem Weg um die Sonne die Spur des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Der riesige Brocken aus Eis und Staub hinterlässt dabei in seiner Umlaufbahn Partikel. Dringen die Staubkörner in die Erdatmosphäre ein, bringen sie die Luft zum Leuchten. Der Staub dieses Kometen erzeugt also den Meteorschauer der Perseiden.

Abseits heller Städte lässt sich das Schauspiel am Nachthimmel besonders gut verfolgen: Die Lichtverschmutzung macht die Sternschnuppen nämlich beinahe unsichtbar. Die beste Location ist daher ein hochgelegener Ort abseits größerer Siedlungen mit freiem Blick auf den Nordhimmel. Von dort scheinen die Sternschnuppen nämlich zu kommen, genauer aus dem Sternbild Perseus, das dem Meteorstrom seinen Namen verleiht. Aber auch in Wien und anderen Städten lässt sich das Sternenschauspiel verfolgen. DER STANDARD hat ein paar Tipps für das Beobachten des Himmelschauspiels gesammelt. Man bringe einen Liegestuhl, eine Decke und etwas Geduld!

Der Himmel über der Stadt

Generell gilt natürlich: Optimal sind dunkle, entlegene Plätze auf dem Land unter freiem Himmel oder aber hoch auf dem Berg. In Städten lässt sich der Lichtverschmutzung und den schlechteren Sichtbedingungen nicht nur auf umliegenden Hausbergen trotzen: In Wien etwa in der Sternwarte auf dem Dach der Urania in der Innenstadt oder in der Kuffner-Sternwarte im 16. Bezirk. Auch das Planetarium im Wiener Prater hat Perseiden-Specials im Programm.

Zu empfehlen ist aber auch das Verweilen auf einer Alm oder Hochwiese in den Ostalpen. Die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie veranstaltet Himmelbeobachtungen an einigen Plätzen an der Hohen Wand im Süden von Wien. In Niederösterreich bietet sich der Sternenweg Großmugl für einen Spaziergang mit Informationstafeln an: Er führt vom Ortsgebiet zur Sternenwiese Großmugler Leeberg.

Der erste Sternenpark des Landes

Andere Bundesländer bieten freilich ebenso Sternwarten an. Oberösterreich wartet außerdem mit dem ersten zertifizierten Sternenpark des Landes auf: einem Nacht-Landschaftsschutzgebiet zwischen Traunsee und Attersee. Die beteiligten Gemeinden reduzieren etwa die öffentliche Außenbeleuchtung, um die Lichtverschmutzung zu minimieren. Es gibt eigene Schauplätze, an denen die Milchstraße mit bloßem Auge leicht zu sehen ist.

In Salzburg wiederum ist der Lungau einer der Orte, in denen man am besten die Perseiden beobachten kann. Gilt er doch als eine der am wenigsten lichtverschmutzten Regionen Europas. Der Biosphärenpark bietet eine Nachtwanderung in Hintermuhr zum Sternenschauen an. In Filzmoos lässt sich ebenso wunderbar in den Himmel starren, etwa auf der Hofalm oder am Rossbrand.

Am Neusiedlersee oder im Gesäuse

Im Burgenland bietet sich der Neusiedler See an: Weil sein Wasserstand aktuell 18 Zentimeter über dem des Vorjahres liegt, lässt es sich sogar mit manchem Segelboot oder Kanu gut hinaus zu einer Schilfinsel fahren. Dorthin, wo kein Licht der Umgebung stört. Weiter im Süden des Landes gibt es am Geschriebenstein und der Rosalia einige finstere Platzerln. Wer es gemütlicher wünscht, sucht sich in einem Kellerstöckl im Südburgenland eine freie Bank.

Als einer der angeblich besten Ort fürs Sterneschauen gilt der Nationalpark Gesäuse in der Steiermark. Die Nächte dort sollen zu den dunkelsten in ganz Europa zählen. Einen guten Blick in den Himmel bietet auch die rund 30 Kilometer von Graz entfernte Teichalm im Almenland oder die weststeirische Weinebene an der Grenze zu Kärnten.

Vom Bregenzer Wald bis in die Tiroler Gipfel

Der Astrofotograf Aurelian Böhler empfiehlt für sein Heimatbundesland Vorarlberg den gesamten Bregenzer Wald, konkret etwa die Kanisfluh, aber auch Hohe Kugel, Schetteregg, Bödele, Zürser See und Golm.

Besonders schön ist der Blick auf den Himmel von den Tiroler Bergen wiederum auf dem Gipfel des Venet bei Zams im Bezirk Landeck. Die Lichter der Zivilisation sind im Taleinschnitt durch das Gipfelplateau herrlich verdeckt. Kein Wunder, dass Tirols einzige öffentliche Sternwarte genau dort liegt, an der Bergstation der Venetbahn.

Etwa 100 Kilometer weiter südöstlich schaltet die Gemeinde Obernberg nach Mitternacht ihre Straßenbeleuchtung ab. Eigentlich eine Energiesparmaßnahme – aber auch fantastisch für nächtliche Himmelsbeobachtungen. Besonders schön ist es am Obernberger See. (giu, glu, mue, ret, ruep, 10.8.2023)