Sturm Hilary, Überschwemmungen in Kalifornien
Sturm Hilary erreichte in Kalifornien Windgeschwindigkeiten von 110 Kilometern pro Stunde.
JUSTIN SULLIVAN / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP

Los Angeles – Sintflutartiger Regen und Überschwemmungen: Der Tropensturm Hilary hat den Südwesten der USA erreicht und versetzt die Region mit den Metropolen San Diego und Los Angeles in einen Ausnahmezustand. So wurden in der Stadt San Diego nahe der Grenze zu Mexiko neun Menschen aus einem Flussbett gerettet, wie die örtliche Feuerwehr auf X, vormals Twitter, am Sonntag mitteilte. Verletzte gab es dort nicht. "Die Einsatzkräfte suchen noch nach weiteren Personen, die Hilfe benötigen", hieß es weiter. Das Zentrum des Sturms bewegte sich nach Angaben des Nationalen Hurrikanzentrums am späten Sonntagnachmittag in den Süden des US-Bundesstaats Kalifornien. Zuvor war Hilary an der Küste von Baja California in Mexiko auf Land getroffen.

Der Sturm forderte laut Berichten bereits zwei Todesopfer. Ein Mann kam infolge von Überschwemmungen entlang der Pazifikküste von Nordwestmexiko ums Leben, wie die mexikanische Zeitung "El Universal" berichtete. Demnach wurde ein Lieferwagen in der Gemeinde Navolato im Bundesstaat Sinaloa weggeschwemmt. Der Fahrer wurde einige Kilometer entfernt tot aufgefunden. In der Stadt Mulegé in Baja California kam nach Informationen der Zeitung "Milenio" eine weitere Person bei dem Versuch ums Leben, einen Fluss zu überqueren.

Autos auf Straße, Sturm Hilary in Kalifornien
Der US-Wetterdienst warnte vor "lebensbedrohlichen und katastrophalen Überschwemmungen" im Südwesten des Landes.
AP/Mark J. Terrill

Der Sturm hatte sich im Lauf des Sonntags abgeschwächt und war vom Hurrikan zum Tropensturm herabgestuft worden. Die anhaltenden Windgeschwindigkeiten von Hilary lagen den Angaben zufolge zuletzt bei 110 Kilometern pro Stunde. Gouverneur Gavin Newsom rief für weite Teile des Südens von Kalifornien den Notstand aus. Der US-Wetterdienst hatte vor "lebensbedrohlichen und katastrophalen Überschwemmungen" im Südwesten der USA gewarnt. Am Montag schwächte sich Hilary weiter ab und wurde vom Nationalen Hurrikanzentrum auf einen posttropischen Sturm heruntergestuft. Dies warnte jedoch weiter vor "historischen Niederschlagsmengen" und lebensgefährlichen Überflutungen.

Schulen in Los Angeles blieben geschlossen

Der Wetterdienst von Los Angeles meldete am Montag, dass etliche Tagesrekorde für Niederschlagsmengen gebrochen worden seien. Der Sheriff von Los Angeles County, Robert Luna, berichtete von zahlreichen Überschwemmungen. Besonders gefährdet seien die zahlreichen Obdachlosen in der Millionenmetropole. In der Stadt San Diego nahe der Grenze zu Mexiko wurden mehrere Menschen aus einem Flussbett gerettet. Dramatisch war die Lage auch in der Stadt Palm Springs im Süden Kaliforniens. "Im Moment sind alle unsere Straßen überflutet", sagte Bürgermeisterin Grace Garner am Montagmorgen (Ortszeit) dem US-Sender CNN. Es gebe keinen Weg aus der Stadt heraus. "Wir sitzen alle fest." Auch die Notrufnummer 911 funktioniere aktuell nicht richtig.

Da die heftigen Regenfälle, die der Sturm mit sich bringt, über das Zentrum weit hinausreichen, waren die Auswirkungen des Unwetters bereits im Lauf des Wochenendes im Süden Kaliforniens und Nevadas sowie in Arizona zu spüren. Straßen wurden überflutet, hunderte Flüge gestrichen, Sportveranstaltungen verschoben sowie Strände und Parks geschlossen. "Ich bin hierhergefahren und habe drei Unfälle auf der Autobahn beobachtet", sagte Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom bei einer Pressekonferenz am Sonntagnachmittag. Am Montag blieben die Schulen in Los Angeles geschlossen. Die Gesundheitsbehörden dort warnten die Menschen davor, in den kommenden Tagen im Meer zu baden. Nach den heftigen Regenfällen sei eine erhöhte Bakterienbelastung im Wasser möglich.

Sturm Hilary in Baja California Mexiko
Bevor der Sturm Hilary Kalifornien erreichte, führte er in Baja California in Mexiko zu heftigen Überschwemmungen.
EPA/Alejandro Zepeda

Erdbeben nahe Kleinstadt Ojai

Kurz vor seiner Ankunft wurde Kalifornien von einem Erdbeben der Stärke 5,1 erschüttert. Das Epizentrum des Bebens am Sonntagnachmittag lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS in der Nähe der Kleinstadt Ojai rund 100 Kilometer nordwestlich von Los Angeles. Die Erdbebenwarte ging zunächst nicht von größeren Schäden aus, es gab auch keine Tsunamiwarnung. Medienberichten zufolge war das Beben auch in Los Angeles zu spüren.

Hilary zog am Montag weiter gen Norden und löste sich langsam auf. Der Wetterdienst warnte dennoch vor anhaltenden Schauern und Gewittern in Nevada und Arizona. Sturzfluten und Überschwemmungen seien vereinzelt möglich. Auch mit heftigen Winden mit Geschwindigkeiten von bis zu 110 Kilometern pro Stunden müsse in höheren Lagen gerechnet werden.

Kalifornien ist in den vergangenen Monaten immer wieder von Extremwetter heimgesucht worden. In diesem Jahr hatte es in dem Bundesstaat an der Westküste des Landes, der in der Vergangenheit oft von Trockenheit und Dürre geplagt wurde, immer wieder starke Niederschläge gegeben. In höheren Lagen Kaliforniens wiederum fiel Anfang des Jahres ungewöhnlich viel Schnee. (APA, red, 21.8.2023)