Vier Monate nach dem Rückzug seiner Verleumdungsklage gegen die australische Nachrichtenseite Crikey hat der Vorstandschef der US-amerikanischen Fox-Corporation, Lachlan Murdoch, deren Prozesskosten übernommen. Murdoch habe zugestimmt, die Kosten von umgerechnet rund 770.000 Euro in voller Höhe zu zahlen und damit rund 120.000 Euro mehr als gefordert, teilte die Nachrichtenseite am Dienstag mit.

Murdoch hatte die Website verklagt, weil sie behauptet hatte, das konservative Medienimperium seiner Familie habe die Erstürmung des US-Kapitols im Jänner 2021 angeheizt.

Lachlan Murdoch übernimmt die Prozesskosten gegen die australische Nachrichtenseite Crikey.
Evan Agostini/Invision/AP

In ihren Artikeln bezeichnete Crikey die Familie des Medienmoguls Rupert Murdoch und "giftige" Fox-News-Kommentatoren als "nicht angeklagte Mitverschwörer". Sie bezog sich dabei auf die Entscheidung von Fox News, unbegründete Verschwörungstheorien über Wahlbetrug bei der Präsidentschaftswahl im November 2020 zu verbreiten. Im vergangenen April ließ der älteste Sohn von Rupert Murdoch die Klage jedoch wieder fallen.

Die linksgerichtete australische Website hatte Murdoch wiederholt herausgefordert, sie wegen der Artikel zu verklagen, und vor dem Hintergrund der Klage Spenden- und Abonnementaktionen gestartet. Das Blatt erhielt Hunderttausende von Dollar an öffentlichen Spenden, die es ihm ermöglichten, seine Prozesskosten mehr als zu decken. Crikey will das überschüssige Geld nach eigenen Angaben an einen Fonds zur Verteidigung verklagter Journalisten spenden. (APA, 22.8.2023)