Ein Bankangestellter mit Faible für Ritterspiele verschwindet nach einem Besuch seiner Lieblingswinzerin, in seinem Auto findet sich ein historischer Goldschatz - jener sagenumwobene der Nibelungen womöglich? Sonntagabend zum Saisonstart ermittelt Ulrike Folkerts als Kommissarin Lena Odenthal im "Tatort: Gold", dabei Heino Ferch als Museumsdirektor Albert Dürr. Ein "Tatort" als Wagner-Oper? Geht das? Was sagt die Kritik? Und wie sehen Sie den neuen Sonntagskrimi?

"Kann das gutgehen?"

Ulrike Folkerts (Lena Odenthal), Heino Ferch (Dr. Albert Dürr), Lisa Bitter (Johanna Stern) im
Nibelungengold? Ulrike Folkerts (Lena Odenthal), Heino Ferch (Dr. Albert Dürr), Lisa Bitter (Johanna Stern)
ORF/ARD/SWR/Benoit Linder

Holger Gertz hat den "Tatort: Gold" für die "Süddeutsche Zeitung" nicht ungern vorausgesehen, scheint's: "Der 'Tatort' als Oper, und dann auch noch in Ludwigshafen, mit der routinierten Lena Odenthal? Kann das denn gutgehen? Es geht tatsächlich ganz gut, was auch damit zu tun hat, dass das Stück sich an seinem eigenen künstlerischen Anspruch nicht überhebt, es bleibt ein Krimi, wenn auch ein sagenhafter."

"Rein als Krimi zu vergessen"

Melania Wolter (Pheline Roggan, links) bedroht im
Melania Wolter (Pheline Roggan, links) ist überzeugt, dass Susanne Bartholomae (Ulrike C. Tscharre) ihr den Mann weggenommen hat. Als großer Fan von Ritterspielen untermauert sie ihre These mit einem Schwert.
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"Rein als Krimi kann man diesen ersten frischen Tatort der Saison 2023/24 vergessen", urteilt Birgit Baumann im TV-Tagebuch des STANDARD: "Es ist ein nicht durchgängig gelungenes, aber doch ansehnliches Cross-over aus Ludwigshafen und Bayreuth. Der Saisonstart hätte schlechter verlaufen können."

"Schwerer Fall von Götterbeömmelung"

Marie Bonnet als Antiquitätenhändlerin Marie Bernard
Antiquitätenhändlerin Marie Bernard (Marie Bonnet) geht für einen Goldschatz über Leichen.
ORF/ARD/SWR/Benoit Linder

"Spiegel"-Kritiker Christian Buß vergibt für diesen "Tatort" nur vier von zehn möglichen Punkten. Sein Befund: "Hier werden – gleichsam vom Bühnenrand – ständig Passagen aus der Nibelungensage als ironische Kommentare geraunt und Heldenmotive ins Humoristische gedreht, bis der ambitionierte Knobelkrimi, der dieser 'Tatort' wohl auch sein soll, in sich zusammenfällt. Ein schwerer Fall von Götterbeömmelung."

Wie sehen Sie den "Tatort: Gold"?

Wie sehen Sie den "Tatort: Gold" zum Sonntagskrimi-Saisonstart? Wir sind gespannt auf Ihre Meinung im Forum! (red, 3.9.2023)