Blau-Weiß Linz feiert den ersehnten ersten Sieg.
APA/EXPA/STEFAN ADELSBERGER

Innsbruck - Blau-Weiß Linz hat das Kellerduell in der Fußball-Bundesliga souverän gewonnen. Der Aufsteiger entschied am Samstag das Match der davor sieglosen Teams in Innsbruck gegen WSG Tirol hochverdient mit 4:2 (2:1) für sich und gab die Rote Laterne an die Tiroler ab.

Ronivaldo (2.) und Paul Mensah (11.) legten früh den Grundstein zum ersten Sieg der Oberösterreicher in der Bundesliga. Nach dem Anschlusstreffer von Luca Kronberger (20.) machten Conor Noß (52.) und Julian Gölles (64.) alles klar. Mahamadou Diarra sorgte noch für Ergebniskosmetik (74.).

Beide Trainer schickten trotz der Punkteflaute eine unveränderte Elf auf den Platz, wenngleich die Linzer nach 16 Gegentreffer in fünf Partien defensiver ausgerichtet waren. Probleme in der Verteidigung hatte diesmal aber nur die WSG.

Nach nicht einmal eineinhalb Minuten brachte Simon Pirkl den Ball gerade noch vor der Linie in die Mitte, wo Torjäger Ronivaldo nur noch einnicken musste. Auch die zweite Strafraumaktion verwerteten die Gäste. Nach einer Krainz-Flanke setzte sich Mensah gegen David Gugganig viel zu einfach durch und knallte den Ball zum 2:0 unter die Latte.

Viel Ballbesitz, wenig Ertrag

Mit seinem dritten Saisontor verkürzte Kronberger für die Heimischen, die mit ihrem vielen Ballbesitz im Mittelfeld wenig anzufangen wussten und die Linzer somit nie wirklich in Bedrängnis brachten. Ganz anders die Mannschaft von Trainer Gerald Scheiblehner, die in ihrer bisher besten Saisonpartie im Konter weiter gefährlich blieb. Ronivaldo vergab aber alleine vor Torhüter Adam Stejskal knapp (28.), Mensah brachte den Ball nicht zum eigenen Mann (31.).

Auch in der zweiten Hälfte gehörte die Anfangsphase ganz den Blau-Weißen. Nach einem perfekten Lochpass von Ronivaldo lief Noß unbedrängt in den Strafraum und erhöhte auf 3:1. Ronivaldo (54.) und Mensah (62.) vergaben ihre Großchancen, ehe Julian Gölles mit dem vierten Treffer endgültig alles klar machte. Der Treffer von Diarra nach Fehler von Torhüter Nicolas Schmid änderte nichts mehr am Premierensieg von Blau-Weiß Linz gegen die Wattener. Die WSG hatte in der zweiten Liga keines der zehn Duelle verloren. (APA, red, 2.9.2023)

Fußball-Bundesliga (6. Runde):

WSG Tirol - Blau-Weiß Linz 2:4 (1:2). Innsbruck, Tivoli Stadion, SR Kijas.

Tore:

0:1 ( 2.) Ronivaldo

0:2 (11.) Mensah

1:2 (20.) Kronberger

1:3 (52.) Noß

1:4 (64.) Gölles

2:4 (74.) Diarra

Tirol: Stejskal - Ranacher (61. Ertlthaler), Bacher, Gugganig (83. Skrbo), Schulz - Sulzbacher, Üstündag (61. Ogrinec), Taferner, Kronberger - Prelec (61. Diarra), Buksa (75. Forst)

Linz: Schmid - Haudum (46. Mitrovic), Maranda, Strauss - Gölles (81. Schantl), Krainz, Koch, Pirkl - Mensah (81. Hofer), Ronivaldo (56. Feiertag), Noß (81. Dobras)

Gelbe Karten: Ertlthaler bzw. Koch, Ronivaldo

Stimmen

Thomas Silberberger (Tirol-Trainer): "Wir hatten einen anderen Plan, wollten anders Fußball spielen, dann schenken wir ihnen zwei Tore, dann wird es schwer. Du kommst eh retour, und das dritte Tor war wieder ein katastrophales Defensivverhalten, so ehrlich muss man sein. Dann greifen die Mechanismen, jeder spielt ein bisschen verstecken, die Spieler trauen sich nicht mehr. Wir haben in 90 Minuten kaum ein defensives Eins-gegen-eins gewonnen. Wir sind keine Mannschaft, wir sind ein Haufen von elf Individualisten. Ich halte diesen Haufen für sehr begabt, unsere Aufgabe ist es, eine Mannschaft daraus zu machen. Das ist mir in den vergangenen Jahren schon gelungen und wird mir wieder gelingen."

Gerald Scheiblehner (Linz-Trainer): "Wir haben heute eine sehr gute Leistung gebracht. Das Gefühl ist eine Riesenfreude, für den Verein, für die Mannschaft, für das ganze Team rundherum. Weil wir in den letzten drei Spielen schon viel einstecken mussten, aber wir sind immer ruhig geblieben. Wir haben gewusst, dass unsere Spiele kommen. Wichtig ist, dass die Spieler und das engere Umfeld gesehen haben, dass es möglich ist. Es ist immer wichtig, dass man von der Arbeit überzeugt ist, da helfen natürlich Siege."