Bär im Wald
Bärenjungen lernen in den ersten drei Jahren alles über ihr Leben, sie kehren dabei immer zur Mutter zurück. (Symbolfoto)
REUTERS

Rom – Förster und Parkwächter suchen nach den beiden Jungen der am Rande eines Nationalparks in Mittelitalien erschossenen Braunbärin Amarena. Die etwa fünf bis sechs Monate alten Tiere seien nicht in der Lage, sich selbst zu ernähren und könnten eine leichte Beute für Wildtiere werden, da sie sich noch nicht verteidigen können, teilte die Leitung des Parks der Abruzzen mit.

Nach einem gescheiterten Versuch, die Tiere einzufangen, geht die Suche nach den beiden Jungen weiter. Ziel ist, sie zu pflegen und in den kommenden Monaten wieder auszuwildern. Die Mutter namens Amarena wurde in der Nähe der mittelitalienischen Gemeinde San Benedetto dei Marsi von einem Mann getötet, der sich nach eigener Aussage bedroht fühlte.

Bärin Amarena abends mit zwei Jungen auf einer Straße.
Die Bärin Amarena war mit ihren zwei Jungen in den Abruzzen im urbanen Gebiet gesichtet worden.
AP/UGC

Aufruf an Schaulustige

Die Suche nach den Jungen werde jedoch durch zahlreiche Schaulustige gestört, so dass der Bürgermeister von San Benedetto dei Marsi, Antonio Cerasani, ein Annäherungsverbot für die Bären und die mit der Suche beauftragten Spezialteams erlassen hat. Der Direktor des Nationalparks der Abruzzen, Luciano Sammarone, richtete einen Appell an die Bevölkerung, die Parkförster in Ruhe arbeiten zu lassen.

Amarena war in der Vergangenheit mehrfach durch Dörfer spaziert, auch mit ihrem Nachwuchs. Am Donnerstag wurde die Bärin dann leblos mit Schusswunden gefunden, wie die Parkverwaltung auf Facebook mitteilte. Der Schütze sei ausfindig gemacht worden und habe angegeben, dass die Bärin auf seinem Grundstück unterwegs gewesen sei. Aus Angst habe er geschossen, das Tier aber nicht töten wollen. Auf Sozialnetzwerken erschienen Morddrohungen gegen ihn, was von der Parkleitung verurteilt wurde. (APA, red, 3.9.2023)