Adam Driver
US-Schauspieler Adam Driver spielt den Italiener Enzo Ferrari.
AFP/TIZIANA FABI

Venedig – Der bekannte italienische Schauspieler Pierfrancesco Favino hat in Italien für Aufsehen gesorgt, weil er Michael Manns Biopic "Ferrari" kritisiert hat. Favino bemängelt, dass der Regisseur die Rolle des legendären Autobauers Enzo Ferrari mit dem US-Schauspieler Adam Driver anstatt mit einem Italiener besetzt habe. "Ferrari" ist bei den Filmfestspielen von Venedig 2023 im Rennen um den Goldenen Löwen, ebenso wie Stefano Sollimas Film "Adagio", in dem Favino mitspielt.

"Es gibt ein Problem der kulturellen Aneignung. Die Rollen sollten nicht an ausländische Schauspieler vergeben werden, die von den eigentlichen Protagonisten der Geschichte weit entfernt sind", kritisierte Favino laut Medienangaben. Italien habe genug gute Schauspieler, die die Rolle des Enzo Ferrari hätten übernehmen können.

"Internationale Stars" als Muss

Prompt kam die Reaktion des italienischen Filmproduzent Andrea Iervolino, CEO der Gruppe ILBE und Produzent der Films "Ferrari". "Filme wie 'Ferrari', die in 150 Ländern der Welt vertrieben werden, müssen internationale Stars haben", erklärte Iervolino.

In seinem neuen Werk erzählt Michael Mann das Leben Enzo Ferraris im Jahr 1957. Zu diesem Zeitpunkt steckt dessen Unternehmen in großen Schwierigkeiten, zudem steht seine Ehe vor dem Aus. Um sein Unternehmen zu retten, möchte Ferrari beim berühmten Autorennen Mille Miglia mit seinen Rennwagen einen Sieg einfahren. Doch dann kommt es – die Geschichte ist bekannt – zu einem schweren Unfall. Die Rolle von Ferraris Frau übernahm die spanische Schauspielerin Penélope Cruz. (APA, 3.9.2023)