China warnt vor
Spannungen ortet Chinas Ministerpräsident unter anderem wegen "unterschiedlicher Interessen" und "Einmischungen von außen".
AFP/POOL/YASUYOSHI CHIBA

Jakarta – Der chinesische Ministerpräsident Li Qiang hat bei einem Treffen von Pazifik-Anrainerstaaten vor einem "neuen kalten Krieg" gewarnt. "Wegen falscher Wahrnehmungen, unterschiedlicher Interessen oder Einmischungen von außen können Unstimmigkeiten und Streitigkeiten zwischen Staaten auftreten", sagte Li am Mittwoch zu Beginn des Asean-plus-drei-Treffens in Indonesiens Hauptstadt Jakarta.

"Um die Differenzen unter Kontrolle zu halten, ist es jetzt wichtig, sich der Entscheidung für eine Seite, einer Blockkonfrontation und einem neuen kalten Krieg entgegenzustellen", so Li. In Jakarta werden derzeit Themen diskutiert, die bereits beim vorangegangenen Gipfel des südostasiatischen Staatenverbunds Asean auf der Tagesordnung standen. An den Gesprächen sind 18 Staaten beteiligt.

Außer Vertretern der Asean-Staaten nehmen am Donnerstag auch US-Vizepräsidentin Kamala Harris und der russische Außenminister Sergej Lawrow teil. Der Nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, hatte am Dienstag angekündigt, Harris werde in Jakarta "das anhaltende Engagement der USA im Indopazifik" hervorheben.

In der Region bestehen diverse Konflikte. So veröffentlichte Peking jüngst eine Landkarte, auf der es den Großteil des Südchinesischen Meeres für sich beansprucht. Außerdem hat sich an der Einleitung aufbereiteter Abwässer aus dem havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima ein Streit zwischen Japan und China entzündet. Die zunehmenden Raketentests des von China unterstützten Nordkorea beunruhigen Südkorea, Japan und die USA. (APA, 6.9.2023)