Ein Galgen auf dem
Eine Demonstration am Tag der Verhandlung im Teichtmeister-Prozesses führte einen Galgen mit.
Heribert Corn

Ob gegen die Corona-Maßnahmen, gegen "Umvolkung", gegen "zu milde Strafen" in einem Pädophilenprozess, für eine Kapitulation der Ukraine vor dem Aggressor Russland, für allerhand rechtsextreme Anliegen – die Organisatoren und Teilnehmer sind oft dieselben.

Was hat die "Migrationslüge" auf dem Kärntner Ulrichsberg mit Corona und das wieder mit dem Fall Teichtmeister zu tun? Und doch findet sich in Personalunion bei allen drei Themen ein bekannter Agitator, der für alle drei "Anliegen" Demonstrationen organisiert und wüste Anschuldigungen verbreitet.

Bei diesen Demos versammeln sich Rechtsextreme, christliche Fundamentalisten und Verschwörungstheoretiker aller Arten. Der gemeinsame Nenner ist Staats-und Demokratiefeindschaft – das "System". Diese Themen und Gruppen werden natürlich von der FPÖ angesprochen, die ja auch "das System" stürzen möchte – aber diese Gruppen und Grüppchen sind doch eher freischwebend. Dafür umso fanatischer und entschlossener.

Wer sich bei so etwas engagiert, wer da mitmarschiert mitsamt einem Galgen (sowohl gegen den Bundespräsidenten in Salzburg vor einigen Monaten wie bei Teichtmeister), wer da biblische Zitate (aus der Apokalypse in einer Corona-Demo, aus dem Matthäus-Evangelium bei Teichtmeister) auf Plakate schreibt, der hat sich ganz tief in eine zugleich absurde wie gefährliche Weltsicht verrannt. (Hans Rauscher, 6.9.2023)