Neue Bühne Villach
Drei Herren (Ferdinand Kopeinig, Clemens Matzka, Alexander Mitterer, v. li.) werden sich im Stück "Kunst" nicht einig.
P.C. Klopf

Der Komödienwelterfolg Kunst von Yasmina Reza ist den Zahlen nach bereits in die Jahre gekommen. Auf dem Spielplanpapier aber keineswegs. Denn das 1994 in Paris uraufgeführte Stück ist landauf, landab bis heute ein Dauerbrenner und löst wesentliche Anliegen gegenüber zeitgenössischem Theater ein: Kunst füllt die Ränge und ist dabei auch noch gescheit. Das Stück macht bei scheinbar simpler Konstellation und Bauweise die Prozedur einer Entzweiung ausgeklügelt nachvollziehbar. Hier streiten bekanntlich drei Herren bis aufs Blut um den gültigen Wert eines rein weißen Gemäldes.

Wie sehr der Kampf um Meinungshoheit in den letzten Jahren zu gesellschaftlicher Polarisierung und zu einem Auseinanderdriften geführt hat, darauf richtet das Stück mit seinen drei Streithähnen ab 15. September an der Neuen Bühne Villach sein Licht. Paola Aguilera inszeniert den zunächst harmlos wirkenden, aber am Ende die Grundsätze einer Freundschaft bis ins Mark erschütternden Wohnzimmerdisput mit Ferdinand Kopeinig, Clemens Matzka, Alexander Mitterer zum Saisonstart.

Nein zum Geld

Die Neue Bühne Villach, 2002 als Folgeinstitution aus der Studiobühne Villach hervorgegangen, ist auf zeitgenössische Stücke konzentriert und zeigt über eine Handvoll Eigenproduktionen pro Saison, von denen einige, insbesondere Inszenierungen für junges Publikum, auch auf Tournee durch das Bundesland Kärnten geschickt werden. Als Nächstes zum Beispiel Ich lieb dich von Kristo Šagor (ab sieben Jahren).

Weiters in dieser Saison zu sehen sind Ein Bericht für eine Akademie nach Franz Kafka von und mit Michael Kuglitsch oder auch Nein zum Geld von Flavia Coste in der Regie von Neue-Bühne-Villach-Intendant Michael Weger. (Margarete Affenzeller, 7.9.2023)