Anfang August war vor allem Südösterreich von Überflutungen und Hangrutschungen betroffen.
APA/ERWIN SCHERIAU

Wien – Personen, die in den vergangenen Wochen von Unwettern betroffen waren, können Steuererleichterungen in Anspruch nehmen. Darauf hat Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) am Donnerstag hingewiesen. So sind Kosten zur Beseitigung von Katastrophenschäden durch Hochwasser und Erdrutsche sowie Reparatur- und Sanierungskosten für Pkws, PCs, Kleidung oder Geschirr steuerlich absetzbar. Geschädigte können auch Fristverlängerungen und Zahlungserleichterungen beanspruchen.

Betroffene sind von gewissen Gebühren und Verwaltungsabgaben befreit. Dazu zählen etwa Gebühren für die Neuausstellung von Reisepass, Führerschein, Pkw-Zulassung oder Baubewilligungen. Wurden Wohnung oder Auto beschädigt, entfällt auch die Gebühr für einen neuen Miet- oder Leasingvertrag. Bereits entrichtete Gebühren können rückerstattet werden. Beim Kauf eines Ersatzgrundstücks entfällt die Grunderwerbsteuer.

Fristverlängerungen und Zahlungserleichterungen

Betroffene können auch die Verlängerung von Fristen zur Einreichung von Abgabenerklärungen beantragen. Auch Beschwerdefristen können verlängert werden. Bei Steuerzahlungen und Steuervorauszahlungen können Stundungen, Ratenzahlungen oder die Anpassung von Ratenzahlungen beantragt werden. Außerdem können auf Antrag Säumniszuschläge und Vorauszahlungen herabgesetzt werden. Unternehmen mit Hochwasserschäden können unter anderem die Ersatzbeschaffung von Anlagegütern beschleunigt abschreiben. Helferinnen und Helfer wiederum können ihre Spenden für Katastrophenhilfe an begünstigte Einrichtungen wie freiwillige Feuerwehren steuerlich absetzen.

Das Steuerrecht könne bei Naturkatastrophen spürbare Erleichterungen bieten, erklärte Brunner. Das Finanzministerium setze alles daran, den finanziellen und organisatorischen Herausforderungen, die solche Katastrophen mit sich bringen, bestmöglich zu begegnen und den Menschen in dieser schwierigen Situation zur Seite zu stehen. "Der Bund bzw. der Katastrophenfonds ersetzen den Ländern 60 Prozent jener Hilfsgelder, die das Land den Geschädigten ausbezahlt. Klar ist auch: Sollten die Mittel des Katastrophenfonds aufgrund außergewöhnlicher Unwetter nicht ausreichen, kann die Bundesregierung die Dotierung des Katastrophenfonds bei Bedarf aufstocken", so Brunner. (APA, 7.9.2023)