Das Bild zeigt die Silhouetten von Menschen vor einem Google-Schriftzug im Hintergrund.
Google muss sich in einer Marathonschlacht vor Gericht gegen Vorwürfe der US-Regierung wehren: Der Konzern habe unrechtmäßig gehandelt, um die weltweit führende Suchmaschine zu werden.
AFP/KENZO TRIBOUILLARD

Die Anschuldigungen im Kartellprozess gegen Google sind gravierend: Die US-Regierung wirft dem Internetgiganten vor, seine Dominanz bei Suchdiensten, Suchwerbung und Textanzeigen auszunutzen. Bemerkenswert ist dabei zunächst die parteienübergreifende Einigkeit der US-Politik. Beginnend mit Donald Trump und fortgesetzt unter Joe Biden scheint es einen seltenen Konsens darüber zu geben, dass der Einfluss der Technologieunternehmen beschränkt werden muss.

Sollte das Gericht der Anklage folgen, dürften die Konsequenzen nicht nur für Google drastisch ausfallen. Von der Annullierung von Exklusivverträgen bis hin zur möglichen Abspaltung von Geschäftsbereichen könnte das Urteil den Kurs für zukünftige Regulierungsmaßnahmen bestimmen.

Eine gewisse Ironie bleibt aber bestehen. Mittlerweile ist Google so tief in das tägliche Leben der Menschen integriert, dass ein Wechsel zu einer anderen Suchmaschine für die meisten Nutzer nicht infrage kommt. Auch wenn das Unternehmen seine Geschäftspraktiken ändert, wird es die erste Anlaufstelle für unsere neugierigen Fragen und Informationsbedürfnisse bleiben.

Das ist ein eindrückliches Zeugnis für die Macht und die Reichweite, die Google über die Jahre einzementiert hat. Um das zu ändern, bräuchte es tiefgreifendere Regulierungen. (Benjamin Brandtner, 13.9.2023)