Missionar und Teamchef Ralf Rangnick.
APA/ROBERT JAEGER

Furth bei Göttweig - Ralf Rangnick sieht seiner wahrscheinlichen Premiere als Auswahltrainer bei einem Großturnier bereits freudig entgegen. "Das wird eine extrem spannende und auch neue Erfahrung, auf die ich mich sehr freue", sagte der ÖFB-Teamchef am Donnerstag beim Symposium "Sicherheit im Sport" im Stift Göttweig. "Wenn du bei so einem Turnier etwas reißen willst, musst du dich auf einer Mission befinden", sagte Rangnick.

Nach dem 3:1-Sieg in Schweden ist Österreichs Fußball-Nationalteam der EM-Teilnahme in Deutschland schon sehr nahe, zwei Punkte aus den drei verbleibenden Partien würden reichen. "Wir wollen als nächstes gegen Belgien gewinnen, um als Tabellenführer in die letzten zwei Spiele zu gehen", sagte Rangnick und verwehrte sich gegen frühzeitige Glückwünsche zur Qualifikation.

Klare Vorstellungen

Die Herangehensweise an das Turnier ist dem Deutschen aber bereits sonnenklar. "Es wird extrem darauf ankommen, dann auch in Deutschland in diesem Turniermodus zu sein und uns zusätzlich zu einer Turniermannschaft zu entwickeln." Fokus und Energie würden in solchen Intensivphasen über Sieg oder Niederlage entscheiden. Inputs von externen Experten wie beim jüngsten Lehrgang, als ein Mann von seinem Erfahrungen in einem Shaolin-Kloster referierte, könnte es demnach auch vor oder während des Turniers geben. "Das können durchaus auch Personen aus anderen Sportarten sein, damit wir uns bewusst machen, um was es wirklich geht bei so einem Turnier."

Die WM in Katar habe gezeigt, dass sich gerade jene Nationalteams, die sich voll und ganz auf das Turnier konzentrieren konnten, erfolgreich waren. "Mir wurde berichtet, dass Präsident Macron scheinbar zwei Wochen vor der WM ins Trainingscamp der Franzosen gereist ist, vor der Mannschaft gesprochen hat und die Kernbotschaft war: Ihr konzentriert euch ab jetzt voll und ganz auf Fußball, ich kümmere mich um die Politik", erzählte Rangnick.

Extreme Identifikation

Der 65-Jährige war während seines Doha-Aufenthalts vor allem von Marokko und Argentinien beeindruckt. "Dort hattest du das Gefühl, dass das ganz Land mit der Mannschaft spielt, das ganze Stadion war Marokko oder Argentinien. Da war eine extreme Identifikation mit dieser Mission vorhanden und dieses Wort ist das, um was es geht", sagte Rangnick. (APA; 14.9.2023)