Wien – ORF-Generaldirektor Roland Weißmann zeigt sich zuversichtlich, dass die Akkreditierung von Christian Wehrschütz in der Ukraine verlängert wird. Wehrschütz ist bis dato der einzige ORF-Korrespondent, der für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk seit dem Ausbruch des Krieges im Februar 2022 aus der Ukraine berichtet.

Er, Weißmann, habe erst kürzlich ein Gespräch mit dem ukrainischen Botschafter in Wien, Wassyl Chymynez, geführt und "positive Signale" empfangen, sagte der ORF-Chef am Dienstag im Zuge der ORF-Programmpräsentation. Dass Akkreditierungen ablaufen und sie vor einer Verlängerung geprüft würden, sei ein normaler Vorgang.

Christian Wehrschütz, ORF-Korrespondent in der Ukraine.
Christian Wehrschütz (Mitte), ORF-Korrespondent in der Ukraine.
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Dass der ORF in der Ukraine so lange auf eine One-Man-Show gesetzt und Wehrschütz alleine habe berichten lassen, sei möglicherweise nicht so ideal gewesen, räumte Weißmann ein. Der ORF werde die Ukraine-Berichterstattung künftig auf "breitere Beine" stellen. Ein zusätzlicher Korrespondent und eine Korrespondentin sollen – wie berichtet – Wehrschütz unterstützen. "Man darf gescheiter werden, etwas darf sich weiterentwickeln", so Weißmann, der aber lobende Worte für Wehrschütz und seine Berichterstattung fand. "Es hat ja gut funktioniert. Wehrschütz riskiert dort sein Leben."

ORF entschuldigte sich für Fehler

Wie der STANDARD berichtete, könnte die Ukraine die Verlängerung der Akkreditierung des ORF-Journalisten verweigern. Zuletzt sorgten in falschem Zusammenhang präsentierte Videosequenzen in einem Beitrag von Wehrschütz aus der Ukraine für heftige Diskussionen. Der ORF und die "ZiB" entschuldigten sich für den Beitrag. Der ORF hätte im Sinne einer guten Fehlerkultur darauf reagiert. "Wir haben transparent darauf aufmerksam gemacht", sagte Weißmann.

Laut einem "Presse"-Bericht soll Wehrschütz am 23. Juli sensible Bilder online gestellt haben, die die ukrainische Luftabwehr über Odessa in Aktion zeigen. In dem Video sollen ukrainische Abwehrfeuer zu sehen gewesen sein. Bilder der Luftabwehr bei der Arbeit zu zeigen sei aber nicht erlaubt, weil sie dem Kriegsgegner Informationen liefern könnten, so die "Presse". (red, 19.9.2023)