Celina Degen beim Volley
Celina Degen hatte kurz vor der Pause die größte Chance der Österreicherinnen
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Da war es also. Österreich ist wieder nach Wien zurückgekehrt. Also das Fußballnationalteam der Frauen. Die Rückkehr sollte im Zeichens eines Rekordes stehen: 10.051 Fans waren am Dienstagabend in den Viola Park der Wiener Austria gekommen. Die bisherige Bestmarke lag bei 3.600. Das Team von Irene Fuhrmann empfing Frankreich. Die Stimmung war blendend, die Vorfreude groß. Alles war angerichtet.

So fein das Drumherum, so katastrophal begann die Partie für die Gastgeberinnen. 5. Minute, Freistoß Frankreich aus dem Halbfeld: Frankreichs Kapitänin Wendie Renard kommt zum Kopfball, Österreichs Keeperin Manuela Zinsberger sah nicht gut aus. 1:0 für die Favoritinnen.

Es ist amtlich.
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Die Französinnen hatten in weiterer Folge mehr Ballbesitz, ohne es bedeutend in die Gefährlichkeit zu schaffen. Österreich sah den Ball selten, verlor ihn zumeist auch recht schnell. Das zweite Highlight der Partie verbuchte wieder Frankreich, Eugenie Le Sommer vergab einen Sitzer per Kopf. Die Partie plätscherte sich ein, Fuhrmanns Team hatte Probleme in die Zweikämpfe zu kommen, das lag vor allem am Tempo der Französinnen.

Es blieb eine temporeiche Partie mit Vorteilen für Frankreich, aber Österreich groovte sich zunehmend besser ins Spiel, setzte immer wieder Impulse Richtung Ausgleich. Frankreich zog sich etwas zurück, es dauerte aber bis zur 41. Minute, bis es wieder laut im Viola Park wurde. Freistoß Barbara Dunst, Kapitänin Sarah Puntigam verpasste am langen Eck. Frankreich kontrollierte weiter, die Österreicherinnen taten sich wieder schwer. Bis zur 45. Minute: Celina Degens Spieleröffnung funktioniert, Jubilarin Verena Hanshaw (100 Länderspiele) kann vor dem Strafraum nurmehr mit einem Foul gestoppt werden. Dunst bringt den Freistoß gefährlich in die Mitte, dieses Mal ist Degen zur Stelle, ihr Abschluss knallt an die Latte. Österreichs beste Ausgleichschance.

Kurioses und die Schlussoffensive

In der Pause stellte Fuhrmann um, brachte Eileen Campbell für Viktoria Pinther. Campbell, wir erinnern uns, erzielte gegen Norwegen per Traumtor den Ausgleich, sie sollte für Tempo und Impulse sorgen. Österreich kam besser aus der Kabine, das Spiel wirkte zielstrebiger und temporeicher. Vor allem Dunst zeigte immer wieder mit gelungenen Aktionen auf.

Barbara Dunst.
Barbara Dunst war die offensiv uaffälligste Österreicherin.
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Kurioses gab es in der 56. Minute zu vermelden, als die französische Keeperin Constance Picaud einen kreativen Rückpass auf der Linie per Kopf klärte. Österreich bemühte sich in Folge um den Ausgleich, fand besser ins Pressing und in die Kontrolle.

Es dauerte bis zur 68. Minute und einen Kopfball von Celina Degen, bis es wieder brenzliger für Frankreich wurde. Die Partie verflachte, Österreich war bemüht, Frankreich in Verlegenheit zu bringen, das geschah aber konkreterweise erst im Finish der Partie. Und wieder war es Dunst per Freistoß, die für Gefährlichkeit sorgte. Fuhrmann gestikulierte an der Outlinie, wachelte ihr Team zur Schlussoffensive. Ein Kopfballtreffer von Dunst wurde zurecht wegen Abseits nicht gegeben, das wars dann aber auch. Österreich musste sich Frankreich 0:1 geschlagen geben, man hält nach zwei Partien in der Nations League bei einem Punkt. Nächstes Spiel der Liga A2 bestreitet die rot-weiß-rote Auswahl am 27. Oktober in Altach gegen Portugal. (hag, 26.9.2023)

Fußball-Frauen-Nations-League - Liga A, Gruppe A2:
Österreich - Frankreich 0:1 (0:1). Wien, Viola Park, 10.051, SR Cvetkovic (SRB).

Tor: 0:1 (5.) Renard

Österreich: Zinsberger - Schiechtl (61. Kirchberger), Georgieva, Degen, Hanshaw - Naschenweng (61. Purtscheller), Zadrazil, Puntigam (72. Höbinger), Dunst - Pinther (46. Campbell), Feiersinger (83. Schasching)

Frankreich: Picaud - Perisset (57. Mbock Bathy), De Almeida, Renard, Karchaoui - Jean-Francois (58. Le Garrec), Henry (76. Toletti) - Diani (86. Asseyi), Mateo (57. Becho), Bacha - Le Sommer

Gelbe Karten: Degen bzw. Le Garrec, Bacha, Mbock Bathy