Grün-Weiß auf der Suche nach der Trendwende.
APA/EXPA/UWE WINTER

Lustenau/Wien/Hartberg - Rapid reist mit der Hypothek von fünf sieglosen Bundesligaspielen zur Auswärtspartie am Samstag (17.00 Uhr/live Sky) gegen Austria Lustenau. Zudem fühlte sich das jüngste 0:0 im Derby gegen die Austria angesichts der langen Überzahl wie eine Niederlage an. Nun soll gegen das Schlusslicht, das nach neun Runden bei zwei Punkten hält und alle bisherigen fünf Heimpartien verloren hat, die Trendwende gelingen.

"Das ist ein sehr wichtiges Spiel für uns. Wir wissen, in welcher Situation wir sind", betonte Zoran Barisic, der Trainer des Tabellenachten. "Wir fahren hin mit der Einstellung, unbedingt gewinnen zu wollen." Die Derby-Enttäuschung müsse man abhaken. "Es ist wichtig, nicht den Glauben an sich zu verlieren und selbstbewusst zu bleiben", erklärte Barisic.

Am Willen werde es nicht scheitern, versprach der Wiener. "Ich erwarte uns mit Vollpower, mit einer super Energie. Wir wollen den Gegner zu Fehlern zwingen und uns sukzessive reintigern, was das Spielerische betrifft. Aber das müssen wir uns erst erarbeiten - ich gehe nicht davon aus, dass wir sofort spielerisch dominieren werden."

Rapids bisherige Saisonausbeute von elf Punkten ist für Barisic nicht zufriedenstellend. "Aber grundsätzlich haben wir gewusst, dass es ein hartes Jahr ist, dass wir einen Umbruch haben und dass wir viele neue Spieler haben", betonte der Coach.

Austrias Akkus frisch geladen

Die Wiener Austria will den "Bock" umgestoßen haben und nimmt im Oktober den ersten Heimsieg in dieser Bundesliga-Saison ins Visier. Mit nur einem Sieg aus neun Runden und überschaubaren sechs Punkten sind die Favoritner endgültig auf Dreier angewiesen, um das Ziel Meistergruppe nicht vorzeitig aus den Augen zu verlieren. Am Samstag (17.00 Uhr) gastiert Blau-Weiß Linz im ersten Pflichtspiel-Duell der Klubs in Wien. Der Aufsteiger ist schon vier Runden ungeschlagen.

"Wir sprechen von einem Pflichtsieg und brauchen weitere Siege, um das Unmögliche noch zu schaffen", sagte Austria-Trainer Michael Wimmer vor der Partie. Den Begriff unmöglich relativierte er später, Druck hat sein in der Tabelle zehntplatziertes Team allemal. Wimmer sah dabei keine Veränderung zur Vorwoche, als neun Austrianer ein 0:0 im Derby gegen Rapid ermauerten. Das Remis wurde wie ein Sieg gefeiert, auch wenn der schlechteste Start in der Bundesliga-Historie amtlich war.

Wimmer sprach von "brutaler Energie", die er nach dem Derby in der Mannschaft verspürt habe. "Ich habe bis Dienstag gebraucht, um das einzuordnen und uns einen Plan zuzulegen, wie wir diese Energie nützen können." Einen Plan braucht der Deutsche auch im Mittelfeld der Austria. James Holland und Matthias Braunöder sind gesperrt, Manfred Fischer fällt aufgrund einer Knöchelverletzung weiter aus. Neben Aleksandar Jukic wird ein zweiter Mann für das Zentrum gesucht. Linksaußen Hakim Guenouche (Fuß) war fraglich.

Duell auf Augenhöhe

TSV Hartberg gegen WSG Tirol darf in der Regel als Duell auf Augenhöhe eingestuft werden. In der momentanen Situation treten die Steirer allerdings am Samstag (17.00 Uhr) als Favorit im Heimspiel in der Profertil Arena an. Die Hartberger sind vier Ligapartien ungeschlagen und schnuppern als Fünfter Höhenluft, während die Tiroler nur drei Zähler vom Tabellenende entfernt Vorletzter sind. Für sie endet ein dreiteiliger Steiermark-Block.

Nach dem enttäuschenden Out in der 2. ÖFB-Cup-Runde bei DSV Leoben (1:3) und dem nach einem Tormannfehler folgenden 0:1 bei Sturm Graz soll im dritten Anlauf auf steirischem Boden endlich Zählbares her. "Auf uns wartet die nächste schwere Aufgabe, für uns ist es mit Sicherheit eine Herausforderung", sagte WSG-Trainer Thomas Silberberger. Sein Team habe gegen Sturm eine Reaktion gezeigt und hoffentlich die Kurve gekratzt. "Wir müssen endlich unser Ding über 90 Minuten durchziehen und dürfen keine groben individuellen Fehler machen", gab der Tiroler die Marschroute vor. (APA, red, 6.10.2023)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen zu den Spielen der 10. Bundesliga-Runde am Wochenende (alle live Sky Sport Austria):

Samstag:

FK Austria Wien - FC Blau-Weiß Linz (Wien, Generali Arena, 17.00 Uhr, SR Semler). Keine Saisonergebnisse 2022/23

Austria: Früchtl - Handl, Martins, Galvao - Ranftl, Potzmann, Jukic, Polster - Fitz - Gruber, Huskovic

Es fehlen: Holland, Braunöder (beide gesperrt), Fischer, Plavotic (beide Sprunggelenk), Raguz, El Sheiwi, Wustinger (alle im Aufbautraining)

Fraglich: Guenouche (Fuß)

Blau-Weiß: Schmid - Mitrovic, Maranda, Koch - Gölles, Krainz, Brandner, Pirkl - Mensah, Ronivaldo, Noß

Es fehlen: Ibrahimi (Mittelfußknochenbruch), Tursch (im Aufbautraining)

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SC Austria Lustenau - SK Rapid (Lustenau, Reichshofstadion, 17.00 Uhr, SR Pfister). Saisonergebnisse 2022/23: 1:1 (a), 3:3 (h)

Lustenau: Schierl - Gmeiner, Mätzler, Grujcic, Berger - Tiefenbach, Grabher - Anderson, Rhein, Diaby - Baden Frederiksen

Es fehlen: Maak (Rückenprobleme), Fridrikas (Schambeinentzündung), Diallo (Muskelfaserriss)

Fraglich: Schmid (Handbruch)

Rapid: Hedl - Schick, Hofmann, Querfeld, Auer - Sattlberger, Grgic - Kühn, Seidl, Grüll - Mayulu

Es fehlt: Burgstaller (Aufbautraining)

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TSV Hartberg - WSG Tirol (Hartberg, Profertil Arena, 17.00 Uhr, SR Spurny). Saisonergebnisse 2022/23: 1:2 (a), 1:5 (h), 1:1 (a), 5:0 (h)

Hartberg: Sallinger - Heil, Komposch, Bowat, Pfeifer - Diakite - Frieser, Lang, Kainz, Providence - Avdijaj

Fraglich: Entrup (Rückenprobleme)

WSG: Stejskal - Ranacher, Bacher, Stumberger, Schulz - Sulzbacher, Taferner, Üstündag, Ertlthaler - Prelec, Diarra

Es fehlen: D. Gugganig (gesperrt), Müller (Achillessehnenreizung)