Max Verstappen.
Weltmeisterlich
AFP/KARIM JAAFAR

Lusail - Red-Bull-Pilot Max Verstappen hat auch das erste Rennen als Triple-Weltmeister der Formel 1 in souveräner Manier gewonnen. Der Niederländer feierte am Sonntag beim Großen Preis von Katar nördlich von Doha seinen 14. Saisonsieg, tags zuvor hatte der 26-Jährige mit einem zweiten Platz im Sprint vorzeitig den dritten WM-Titel in Serie fixiert. Das Podium komplettierte das erneut schnelle McLaren-Duo Oscar Piastri, der im Sprint triumphiert hatte, und Lando Norris.

Verstappen feierte am Persischen Golf in einem Grand Prix mit mehreren verpflichteten Boxenstopps am Lusail International Circuit seinen 49. Sieg in der Königsklasse. In der WM-Gesamtwertung führt Verstappen nach dem 17. Saisonrennen nun 209 Punkte vor seinem Teamkollegen Sergio Perez, der als Zehnter nur einen Zähler holte. Für den Austro-Rennstall Red Bull, der sich vor zwei Wochen in Japan vorzeitig den Titel in der Konstrukteurswertung geholt hat, war es heuer der 16. Triumph. In zwei Wochen geht es mit dem Amerika-Triple in Austin (USA), Mexiko und Brasilien weiter.

Glücklich

"Es war ein schwieriges Rennen, die McLaren waren wieder enorm schnell", sagte Verstappen, der auch auf die Partynacht zuvor angesprochen wurde. "Wir haben es gestern ein bisschen genossen, haben aber noch einige Rennen zu fahren." Auch Piastri war im Zielraum überglücklich. "Die erste Kurve war sehr gut für mich. Es war das härteste Rennen meines Lebens", sagte Piastri angesichts der hohen Temperaturen in der Wüste. "Es war ein Mega-Rennen", ergänzte Norris, der von Startplatz zehn ins Rennen gegangen war. Sein Team brillierte zudem mit einem 1,8 Sekunden kurzen Boxenstopp. Mercedes-Pilot George Russell wurde trotz einer Kollision mit Teamkollege Lewis Hamilton Vierter.

Vor dem Grand Prix hatte der Automobil-Weltverband FIA festgelegt, dass die Piloten ihre Reifensätze wegen möglicherweise folgenschweren Schäden nur maximal 18 Runden lang nutzen durften. Das bedeutete, dass alle Fahrer bei der Renndistanz von 57 Runden zumindest dreimal in die Box mussten. Bei einem Verstoß gegen diese Regel drohte die Disqualifikation. Die Reifenprobleme waren bereits am Samstag ein Thema, die Pneus von Hersteller Pirelli wurden auf der runderneuerten Strecke im Wüstenstaat auch durch die hohen Randsteine (Kerbs) deutlich stärker in Mitleidenschaft gezogen als üblich.

Das Rennen fand ohne Carlos Sainz statt, der Ferrari des Spaniers war aufgrund eines Problems mit dem Kraftstoffsystem nicht startbereit. Perez, im Qualifying nur 13., begann das Rennen auch wegen eines neuen Motors aus der Boxengasse. Nach einer mittellangen Partynacht mit Sperrstunde um knapp nach 2 Uhr ging Verstappen von der Pole Position in den Grand Prix. Mit einem kleinen Handicap. "Um halb acht Uhr hatten wir einen Feueralarm, mit Ausschlafen war es also nichts", erklärte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko im ORF.

Abgeschossen

Trotzdem erwischte Verstappen einen besseren Start als im Sprint und behauptete seine Führung. Dahinter schossen sich Russell und Hamilton auf den Plätzen zwei und drei gegenseitig ab. Bis auf Hamilton, der Sieger des zuvor einzigen Katar-GP 2021 startete auf Soft-Reifen, hatten alle Spitzenfahrer auf einen härteren Medium-Reifensatz gesetzt. Hamilton wollte in der ersten Kurve außen überholen und fuhr seinem Teamkollegen etwas ungestüm in die Vorderachse. Russell konnte nach dem Unfall allerdings weiterfahren.

Hamilton und Russell kollidieren.
AFP/GIUSEPPE CACACE

Mercedes-Boss Toto Wolff war indes nach einer Knie-OP zum zweiten Mal hintereinander persönlich abwesend, der Wiener schaltete sich via Kommandostand in den eigenen vier Wänden aber trotzdem im Boxenfunk zu. Größter Profiteur der Startphase war Piastri, der 22-jährige Australier fand sich als Zweiter vier Plätze weiter vorne wieder. Verstappen, der mit einem neuen blau-goldenen Helm im Weltmeister-Design fuhr, verteidigte seine Führung nach einem starken Safety-Car-Restart.

Nach den ersten Boxenstopp-Serien veränderte sich wenig an der Spitze, dahinter pflügten Russell mit starken Rundenzeiten und Perez durch das Fahrerfeld. Allerdings zerstörte sich Perez mit zwei Fünf-Sekunden-Strafen sein Rennen, da der Mexikaner die Streckenbegrenzungen zu oft missachtete. Verstappen stellte inzwischen einen weiteren Rekord mit den meisten Führungsrunden in einer Saison auf. Die große Spannung in der Schlussphase blieb aus, auch weil die beiden McLaren-Piloten nicht mehr um den zweiten Platz kämpfen durften. (APA, 8.10.2023)

Endstand des Formel-1-Grand-Prix von Katar am Sonntag am Lusail International Circuit:

Rennlänge: 57 Runden zu je 5,419 km = 308,611 km

1. Max Verstappen (NED) Red Bull 1:27:39,168 (Schnitt: 211,250 km/h)
2. Oscar Piastri (AUS) McLaren +4,833
3. Lando Norris (GBR) McLaren +5,969
4. George Russell (GBR) Mercedes +34,119
5. Charles Leclerc (MON) Ferrari +38,976
6. Fernando Alonso (ESP) Aston Martin +49,032
7. Esteban Ocon (FRA) Alpine +1:02,390
8. Valtteri Bottas (FIN) Alfa Romeo +1:06,563
9. Zhou Guanyu (CHN) Alfa Romeo +1:16,127
10. Sergio Perez (MEX) Red Bull +1:20,181
11. Lance Stroll (CAN) Aston Martin +1:21,652
12. Pierre Gasly (FRA) Alpine +1:22,300
13. Alexander Albon (THA) Williams +1:31,014
14. Kevin Magnussen (DEN) Haas +1 Runde
15. Yuki Tsunoda (JPN) AlphaTauri +1 Runde
16. Nico Hülkenberg (GER) Haas +1 Runde
17. Liam Lawson (NZL) AlphaTauri +1 Runde

Ausgeschieden: Lewis Hamilton (GBR) Mercedes, Carlos Sainz (ESP) Ferrari, Logan Sargeant (USA) Williams

Schnellste Runde: Max Verstappen (NED) Red Bull in der 56. Runde in 1:24,319 (Schnitt: 231,364 km/h)

WM-Stand (nach 17 von 22 Rennen und vier von sechs Sprints):

1. Max Verstappen (NED) Red Bull 433
2. Sergio Perez (MEX) Red Bull 224
3. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes 194
4. Fernando Alonso (ESP) Aston Martin 183
5. Carlos Sainz (ESP) Ferrari 153
6. Charles Leclerc (MON) Ferrari 145
7. Lando Norris (GBR) McLaren 136
8. George Russell (GBR) Mercedes 132
9. Oscar Piastri (AUS) McLaren 83
10. Lance Stroll (CAN) Aston Martin 47
11. Pierre Gasly (FRA) Alpine 46
12. Esteban Ocon (FRA) Alpine 44
13. Alexander Albon (THA) Williams 23
14. Valtteri Bottas (FIN) Alfa Romeo 10
15. Nico Hülkenberg (GER) Haas 9
16. Zhou Guanyu (CHN) Alfa Romeo 6
17. Yuki Tsunoda (JPN) AlphaTauri 3
18. Kevin Magnussen (DEN) Haas 3
19. Liam Lawson (NZL) AlphaTauri 2

Stand Konstrukteurs-WM (nach 17 von 22 Rennen und vier von sechs Sprints):

1. Red Bull 657
2. Mercedes 326
3. Ferrari 298
4. Aston Martin 230
5. McLaren 219
6. Alpine 90
7. Williams 23
8. Alfa Romeo 16
9. Haas 12
10. AlphaTauri 5

Nächstes Rennen: Grand Prix der USA am 22. Oktober in Austin