Das US-Traditionsmedium "Washington Post" muss Federn lassen. Laut einer Mitteilung des Unternehmens soll die Belegschaft um 240 Stellen reduziert werden. Das sind rund zehn Prozent der derzeit 2.500 Angestellten. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern soll der Abgang mit einem "Trennungspaket" schmackhaft gemacht werden. Der Grund für den Jobabbau sind Rückgänge, die sowohl die Anzeigenerlöse als auch die Anzahl der Abos betreffen.

"The Washington Post" muss Personal reduzieren.
REUTERS/Jonathan Ernst

Interims-CEO Patty Stonesifer begründete den Personalabbau in einer E-Mail an die Belegschaft mit zu optimistischen "Abonnement-, Leser- und Werbeprognosen" der vergangenen zwei Jahre. In Zahlen gegossen: Die Abos sind um 15 Prozent auf 2,5 Millionen zurückgegangen, die Leserschaft um 28 Prozent und die Print- und Onlineanzeigenerlöse um zehn bzw. 30 Prozent. Darüber informierte Paul Farhi, Medienjournalist der "Post", auf X, vormals Twitter.

Die im Jahr 1877 gegründete "Washington Post" ist die größte Tageszeitung in Washington. Sie ist seit 2013 im Besitz von Amazon-Gründer Jeff Bezos.

Der Personalabbau bei der "Washington Post" ist symptomatisch für die wirtschaftlich gebeutelte Medienbranche. In den USA mussten in den vergangenen Monaten etwa CNN oder Buzzfeed ordentlich abspecken, Vice Media schlitterte in die Insolvenz. (red, 12.10.2023)