Fliegen mit Kindern kann unter Umständen mühsam sein. Wenn der oder die Kleine in rund 10.000 Metern Höhe herumzuquengeln beginnt oder einen Tobsuchtsanfall bekommt, bedeutet das Stress für Eltern und Mitreisende. Wie jetzt in britischen Medien zu lesen ist, gibt es dafür jetzt eine Lösung, eine mathematische Formel für "wutanfallfreie" Flüge – zumindest für die Kurzstrecke.

Da bahnt sich Unheil an: Laut einem britischen Mathematiker haben Eltern im Flieger rund 28 Minuten Zeit, bis das mitreisende Kind zum ersten Mal ungehalten wird.
Da bahnt sich Unheil an: Laut einem britischen Mathematiker haben Eltern im Flieger rund 28 Minuten Zeit, bis das mitreisende Kind zum ersten Mal ungehalten wird.
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Die Formel, die der Mathematiker Tom Crawford von der Universität Oxford pünktlich zu den Herbstferien im Oktober vorstellte, befasst sich mit den vier wichtigsten Auslösern für Wutanfälle bei Kindern auf Flügen und den am häufigsten genannten Möglichkeiten, mit Ausbrüchen umzugehen. Crawford stellte eine Methode zur Berechnung der Zeitspanne vor, bis der erste Wutanfall während eines Fluges zu erwarten ist. Damit sollen Eltern den Wutanfall hinauszögern und sicherstellen können, dass er nicht mitten im Flug stattfindet.

Eine von Asda Money durchgeführte Studie, im Zuge derer die Formel entwickelt wurde, ergab, dass die Wahrscheinlichkeit eines Wutanfalls bei Kindern 27 Minuten und 48 Sekunden nach dem Start eines Fluges am größten ist, wobei jeder Wutanfall durchschnittlich 15 Minuten und sechs Sekunden dauert. Nach Angaben von Eltern reizbarer Kleinkinder in Großbritannien sind die häufigsten Auslöser für einen Wutanfall Müdigkeit, Langeweile, Hunger und Lärm.

Die Formel (siehe oben) bietet eine Methode zur Berechnung der Zeit (T), bis ein Wutanfall während eines Fluges zu erwarten ist, so dass Eltern den Wutanfall hinauszögern und sicherstellen können, dass er nicht mitten im Flug auftritt. Sie berücksichtigt die wichtigsten Auslöser für Wutanfälle - Müdigkeit (S), Langeweile (B), Hunger (H) und Lärm (N).
Die Formel (siehe oben) bietet eine Methode zur Berechnung der Zeit (T), bis ein Wutanfall während eines Fluges zu erwarten ist, sodass Eltern den Wutanfall hinauszögern und sicherstellen können, dass er nicht mitten im Flug auftritt. Sie berücksichtigt die wichtigsten Auslöser für Wutanfälle: Müdigkeit (S), Langeweile (B), Hunger (H) und Lärm (N).
Screenshot/Daily Mail

Bei der Erstellung der Formel wurde jeder Auslöser mit einer Punktzahl von null bis zehn bewertet, wobei null bedeutet, dass das Problem ignoriert wird, und zehn, dass das Problem erfolgreich bewältigt wird. Crawford kommentiert: Wenn alle vier Hauptursachen für einen Wutanfall angegangen werden, das heißt, mit einer Punktzahl von zehn bewertet werden, kann die durchschnittliche Zeit bis zum Auftreten eines Wutanfalls während eines Fluges auf 129 Minuten erhöht werden, was fast fünfmal länger ist als die erwartete Zeit bis zum Auftreten eines Wutanfalls ohne jegliche Intervention. Das bedeutet, dass Eltern bei Flügen, die weniger als 129 Minuten dauern, eine wutanfallfreie Reise haben, was viele Kurzstreckenflüge in Europa abdeckt.

Lieber mit Schwiegereltern essen gehen

Um zehn Punkte zu erreichen und die vier Hauptauslöser für Wutanfälle wirksam zu bekämpfen, müssen Eltern sicherstellen, dass ihre Kinder 37 Minuten lang ein Nickerchen machen, um die Müdigkeit zu überwinden, sie müssen Langeweile verhindern, indem ihr Kind entweder malen, Filme ansehen lassen oder ihm ein Tablet oder ein Handy geben. Das soll die Kleinen den Berechnungen zufolge 31 Minuten lang unterhalten.

Darüber hinaus müssen die Eltern laut Crawford 19 Minuten für den Genuss von Snacks einplanen, um Hunger zu vermeiden. Und schließlich können sie die Kinder vom Flugzeuglärm mit Musik oder Lesen ablenken, was die Kleinen 14 Minuten lang beschäftigen soll.

Die Studie ergab, dass fast zwei Drittel (63 Prozent) der Eltern zugeben, dass sie vor einer Reise mit ihren Kindern angespannt seien, wobei ein Drittel angibt, dass sie sich gestresst (33 Prozent), beschämt (20 Prozent) und ängstlich (15 Prozent) fühlen, wenn ihr Kind in der Kabine unruhig wird. Der Stress sei so angstauslösend, dass (britische) Eltern lieber mit den Schwiegereltern essen gehen (26 Prozent), zwei Stunden allein auf dem Weg zur Arbeit festsitzen (19 Prozent) oder sich mit den Ängsten auseinandersetzen, die mit dem Antritt eines neuen Jobs einhergehen (18 Prozent), als mit ihrem Nachwuchs einen Flug zu unternehmen. Einer von acht Elternteilen (zwölf Prozent) gab sogar zu, dass er lieber eine Trennung durchmachen würde.

Die Untersuchung ergab auch, dass 35 Prozent der Eltern sich für ein weniger bequemes Verkehrsmittel wie Bus, Fähre, Zug oder Schiff entschieden haben, um sich nicht mit Wutausbrüchen während des Fluges herumschlagen zu müssen. (max, 24.10.2023)