Schon sehr früh im Leben ist für die meisten Menschen der soziale Kontakt zu anderen wichtig. Neben den Eltern, Geschwistern und Großeltern gesellen sich oft bereits im Kindergartenalter Freundinnen und Freunde zur Liste der engsten Vertrauten hinzu. Beziehungserfahrungen der Kindheit bis hin zur Jugend prägen auch die Erwartungen, die man generell im Laufe seines Lebens an andere hat.

Auch die eigenen Bedürfnisse und Vorstellungen spielen eine wichtige Rolle – ob es sich dabei um das Verständnis von Verbindlichkeit, Nähe und Vertrauen oder um die Häufigkeit der Kommunikation handelt. Ausschlaggebend ist meist der Stellenwert, den die Beziehung überhaupt hat. So erwartet man vermutlich von langjährigen, sehr guten Freundinnen und Freunden etwas anderes als von guten Bekannten oder neuen Freundschaften.

Zwei Frauen spazieren gemeinsam im Park.
Wie häufig treffen Sie sich mit Ihren Freundinnen und Freunden?
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Einerseits können gewisse Vorstellungen andere betreffend ein Ausdruck gewisser Verbindlichkeit sein; so weiß man zum Beispiel, auf wen man sich immer zu hundert Prozent verlassen oder mit wem man immer etwas unternehmen kann, andererseits können zu hohe oder unterschiedliche Erwartungen in Freundschaften auch zum Problem werden.

Hat man beispielsweise die Erwartung, dass regelmäßige persönliche Treffen zu einer funktionierenden Freundschaft dazugehören, die oder der andere das aber nicht so sieht, entsteht womöglich Unzufriedenheit, aber auch ein Druck, der die Beziehung belasten kann. Häufig betrifft das auch die Kommunikation, also wie oft man sich beim anderen meldet und wie viel Zeit man in den Austausch investiert – besteht auch hier eine zu große Ungleichheit, kann das ebenfalls zu Konflikten führen. So kann es hilfreich sein, bestimmte Erwartungen oder Wünsche in der Freundschaft anzusprechen und zu äußern, um die eigenen Bedürfnisse und die des Gegenübers aufzuzeigen und Klarheit zu schaffen.

Die Erwartungshaltung in Freundschaften kann aber klarerweise auch auf Gegenseitigkeit beruhen. So sind die Vorstellungen darüber, wie viel Zeit man miteinander verbringt, wie offen und nahe man sich ist oder wie oft man sich beim anderen oder bei der anderen meldet, ähnlich.

Wie ist das bei Ihnen?

Welche Erwartungen haben Sie an Freundschaften? Unterscheidet sich das von Person zu Person? Merken Sie umgekehrt, dass Ihre Freundinnen und Freunde Erwartungen an Sie haben – und erzeugt das Druck oder stört Sie das nicht, weil es eine gewisse Verbindlichkeit ausdrückt? Tauschen Sie sich im Forum aus! (mawa, 20.11.2023)