Gehören zum klassischen Diebesgut: Hotel-Kosmetika.
Gehören zum klassischen Diebesgut: Hotel-Kosmetika.
Getty Images

Die Hotelbewertungsplattform Wellness Heaven hat vor kurzem 1.376 Hoteliers befragt, welche Gegenstände am häufigsten entwendet werden. Fazit: Handtücher und Bademäntel lassen die Gäste am häufigsten mitgehen. Dicht gefolgt von Kleiderbügeln, Stiften und Kosmetik.

Prozentuale Verteilung der am häufigsten gestohlenen Gegenstände in Hotel-Zimmern. 1.376 Hoteliers haben sich an der Umfrage beteiligt.
Prozentuale Verteilung der am häufigsten gestohlenen Gegenstände in Hotelzimmern. 1.376 Hoteliers haben sich an der Umfrage beteiligt.
Wellness Heaven

Neben diesen "gewöhnlichen" Gegenständen gibt es auch eine Reihe von Ausreißern, die auf eine rege Diebstahlfantasie der Delinquenten schließen lässt:

Badarmaturen

In hohem Maße handwerkliche Fähigkeiten mussten jene Gäste aufbringen, die sämtliche Badarmaturen entwendet haben, den Kopf einer Regendusche, eine Hydromassage-Dusche, einen Toilettensitz, ein Abflussrohr oder gleich ein ganzes Waschbecken, wie von einem Berliner Hotel berichtet wird.

Ein Piano

Nein, hier sind keine Diebe am Werk, aber es soll schon vorgekommen sein, dass ein Piano aus der Hotellobby verschwunden ist.
Nein, hier sind keine Diebe am Werk, aber es soll schon vorgekommen sein, dass ein Piano aus der Hotellobby verschwunden ist.
AFP/ATTILA KISBENEDEK

Ein Hotelier aus Italien: "Als ich einmal durch die Lobby ging, fiel mir auf, dass irgendetwas fehlte. Kurz darauf erfuhr ich, dass drei unbekannte Männer in Overalls das große Piano abtransportiert hatten. Es tauchte natürlich nie wieder auf."

Musikanlage

Ein Hotelbesitzer aus dem Sauerland berichtet davon, wie eines Morgens die gesamte Stereoanlage des Wellness-Bereichs verschwunden war: Wellness-Langfinger haben offenbar über Nacht das gesamte Sound-Equipment abmontiert und als Gastgeschenk ins Auto verladen, bevor sie das Weite suchten.

Zimmernummern

In einem Hotel in England hatte ein Gast kurzerhand die Nummern von seiner Hotelzimmertür abmontiert. "Wir haben das erst bemerkt, als der nachfolgende Gast sein Zimmer nicht finden konnte", erzählt die Hoteldirektorin.

Ausgestopfte Jagdtrophäen

In einem Hotel in Frankreich wurde ein Gast bei dem Versuch erwischt, einen ausgestopften Wildschweinkopf zu stibitzen. Später kam er doch noch zu seiner Trophäe: Freunde kauften dem Hotel das gute Stück ab und schenkten es ihm zur Hochzeit.

Komplettes Service

Ein Stammgast eines Hotels erbeutete ein ganzes Speiseservice. Regelmäßig über mehrere Monate ließ er immer wieder Teller, Tassen, Besteck und Gläser aus dem Hotelrestaurant mitgehen.

Blumen

Das Management eines Resorts auf den Malediven berichtet, dass es mehrmals in der Woche neue Blumenarrangements nachkauft, um die verschwundenen zu ersetzen. Vielleicht ist hier die Nachfrage nach Blumen aufgrund der vielen Heiratsanträge einfach zu hoch?

Geschirr und Kaffeemaschinen

Gliedert man die Delinquenten nach Nationalität, so ergibt sich ein differenzierteres Bild. Es stellt sich etwa heraus, dass der deutsche Hotelgast einem eher langweiligen Diebstahlverhalten folgt: Neben Handtüchern und Bademänteln lässt er in erster Linie Kosmetik mitgehen. Viel genussorientierter geht es da schon bei den Österreichern zu: Geschirr und Kaffeemaschinen tauchen weit oben in der Diebstahlskala auf.

Auch Jagdtrophäen werden gestibitzt.
Auch Jagdtrophäen werden gestibitzt.
APA/KEYSTONE/URS FLUEELER

Italiener bevorzugen Weingläser als Hotelsouvenir, bei Schweizern rangiert hingegen der Haarfön weit oben im Ranking. Der Franzose hingegen klaut schon etwas spektakulärer: Er vertritt die Nation, die mit Abstand am häufigsten Fernsehgeräte und Fernbedienungen mitgehen lässt. Bei US-Amerikanern liegen Kopfkissen und Batterien hoch im Kurs. Holländische Hotelgäste sehen in ihren Mitbringseln vor allem den praktischen Nutzen: Zu ihren Favoriten zählen Glühbirnen und Toilettenpapier.

"Greed is good"

Insgesamt wurden 740 Hoteliers von Vier-Sterne-Häusern sowie 636 von Fünf-Sterne-Hotels befragt, um das Diebesverhalten in Abhängigkeit vom Wohlstand der Gäste zu ermitteln. Dabei tritt Erstaunliches zutage: "Greed is good" scheint gerade bei betuchten Fünf-Sterne-Gästen ein zuverlässiges Motto zu sein.

So ist etwa die Wahrscheinlichkeit, dass hochwertige TV-Geräte aus dem Zimmer gestohlen werden, bei Gästen im Fünf-Sterne-Segment 4,9-fach höher als bei Reisenden in Vier-Sterne-Hotels. Ebenso sind Kunstwerke in Luxushotels ein begehrtes Objekt der Begierde (4,3-mal höhere Diebstahlwahrscheinlichkeit). Auch Tablet-Computer (sechsmal höher) und Matratzen (5,4-mal höher) werden in Fünf-Sterne-Häusern häufiger entwendet. Erstaunlich: 11,8 Prozent der Fünf-Sterne Hotel-Manager beklagen Matratzendiebstahl, während nur 2,2 Prozent der Vier-Sterne Hotels betroffen sind. Insgesamt berichten 91 Hoteliers von gestohlenen Matratzen.

Vier-Sterne-Gäste begnügen sich hingegen mit weniger spektakulären Geschenken: Handtücher und Kleiderbügel sind bei ihnen tendenziell beliebter als bei Fünf-Sterne-Gästen, praktische Utensilien wie Batterien und Fernbedienungen fladert der Vier-Sterne Hotelgast mit besonderer Wonne (2,8 mal bzw. 4,4 mal häufiger als der Fünf-Sterne Reisende).

Kaffeemaschinen

Die sonst bei österreichischen Gästen so beliebte Kaffeemaschine ist auch bei genussorientierten Fünf-Sterne-Luxusgästen ein begehrtes Objekt und tritt in der Diebstahlstatistik 4,8-fach erhöht auf.

Klopapier

Die Berichte vereinzelter Hoteliers über den – grundsätzlich bei Holländern so beliebten – Diebstahl von Klopapierrollen kommen ausschließlich aus dem Vier-Sterne-Segment: In Luxushäusern scheint es in diesem Bereich keinen zusätzlichen Hygienebedarf zu geben.

Luxusmatratzen

Nichts scheint vor diebischen Gästen sicher zu sein, auch Matratzen nicht.
Nichts scheint vor diebischen Gästen sicher zu sein, auch Matratzen, Bettdecken oder Pölster nicht.
Frédéric Cirou, via www.imago-im

Auch teurere Luxusmatratzen (häufig mit einem Gegenwert von mehreren Tausend Euro) sind nicht vor dem Verschwinden gefeit: Das Risiko für den Matratzendiebstahl ist im Fünf-Sterne-Hotel 5,4-fach erhöht. Wie die sperrige Ware jedoch unbemerkt aus dem Hotel abtransportiert wird, bleibt ein Rätsel. Auf Nachfrage antworteten manche Hoteliers, dass dies ausschließlich mitten in der Nacht über Aufzüge geschehe, die direkt in die Tiefgarage führen.

Tablet-Computer

Tablet-Computer, die oftmals als "SuitePad" in den hochpreisigen Zimmerkategorien anzutreffen sind, um beispielsweise Spa-Treatments vom Zimmer aus zu buchen, werden in Fünf-Sterne-Hotels sechsmal häufiger gestohlen. Solche Tablets haben meist einen Gegenwert von ca. 480 Euro und sind daher unter den Luxus-Travellern ein beliebtes Mitbringsel.

Bettdecken

Passend zum Matratzendiebstahl besorgen sich manche luxusaffine Hotelgäste gerne auch gleich die Bettdecke, um das Schlaferlebnis mit Hotelreminiszenz in den eigenen vier Wänden zu komplettieren: Der Deckendiebstahl ist in Fünf-Sterne-Hotels 1,9-mal wahrscheinlicher als im niedrigeren Segment.

How People Are Managing To Steal Hotel Mattresses | CONAN on TBS
A recent survey found that in addition to bathrobes and towels, travelers all over the world are stealing mattresses from their hotel rooms.
Team Coco

Im Vergleich zu der Statistik von 2019 sind "Minikühlschränke" als neue Objekte aufgetaucht. 3,3 Prozent der Hoteliers berichten vom Diebstahl von Kühlschränken in den Zimmern. In Vier-Sterne-Hotels werden Minikühlschränke 2,5-mal häufiger entwendet. Im Vergleich zu 2019 folgen einige Objekte einem aufsteigenden Trend: Der Diebstahl von Kaffeemaschinen (von 6,9 auf 11,4 Prozent), Matratzen (von 4,2 auf 6,6 Prozent) und Tablet-Computer (von zwölf auf 18,3 Prozent) ist signifikant gestiegen. Auf der anderen Seite weisen Telefone, Besteck und Lampen eine geringere Diebstahlwahrscheinlichkeit auf. (red, 28.11.2023)