Bei OpenAI stehen die Zeichen vorläufig auf Happy End. Am vorletzten Wochenende hatten sich die Ereignisse überschlagen. Altman war wegen wenig konkreter Misstrauensvorwürfe überraschend als Chef der Firma abgesetzt worden. Dem folgten eine Interims-CEO, gescheiterte Comeback-Verhandlungen, eine angedrohte Massenkündigung seitens der Belegschaft, ein schon fixiert erscheinender Wechsel von Altman zu Microsoft und letztlich doch seine Rückkehr.

Nun ist es auch offiziell so weit, und Altman hat seine zweite Amtszeit angetreten. Mira Murati, die bisher an seiner statt an der Spitze ausgeholfen hatte, kehrt zurück zu ihrem alten Posten als Chief Technology Officer. Dem Vorstand steht nun Bret Taylor vor, dazu kommen Larry Summers und Adam D'Angelo. Damit entspricht man auch den Wünschen der Mitarbeiter.

Sutskever nicht mehr im Vorstand, soll aber bleiben

Altman spricht auch Ilya Sutskever explizit Dank aus. Dieser war Chef der wissenschaftlichen Abteilung und Vorstandsmitglied und soll eine treibende Kraft hinter der Absetzung von Altman gewesen sei. Seine Involvierung in die Ereignisse hat er inzwischen öffentlich bereut. Sutskever gehört dem Vorstand nun nicht mehr an, Altman hoffe aber, dass er im Unternehmen bleibe, wobei derzeit diskutiert werde, in welcher Funktion.

Sam Altman spricht in ein Mikrofon.
War kurz weg und ist nun wieder zurück im Sattel: OpenAI-CEO Sam Altman.
GETTY IMAGES NORTH AMERICA/KEVIN

Auch gegenüber Emmet Shear hegt Altman seinem offenen Brief zufolge keinen Grant. Der Twitch-Gründer hätte Mira Murati als nächster Interimschef ablösen sollen, doch dazu war es schließlich nicht mehr gekommen. Shear soll letztlich eine "konstruktive Schlüsselrolle" in den Verhandlungen gespielt haben, die schließlich in Altmans Rückkehr mündeten.

Besonderen Dank spricht der alte, neue Chef Greg Brockman aus, der ebenfalls zurückkehrt und mit Altman gemeinsam das Unternehmen leiten wird und hauptverantwortlich für das nun vorliegende Ergebnis sein dürfte. Dem Team insgesamt spricht Altman Lob für seine Beharrlichkeit aus. Letztlich habe trotz der Turbulenzen kein einziger Mitarbeiter OpenAI verlassen.

Strukturreform geplant

Für den zurückgekehrten CEO gibt es nun drei Prioritäten. Der Forschungsplan müsse weitergeführt werden, und es müsse insbesondere in vollumfängliche Sicherheitslösungen für KI-Entwicklung investiert werden. Gleichzeitig sollen aber auch bestehende Produkte erweitert und neue veröffentlicht werden. Denn es sei wichtig, dass Menschen die Vorteile und Versprechen von künstlicher Intelligenz (KI) selbst erleben könnten.

Und auch die Struktur und die Aufsicht im Unternehmen sollen reformiert werden. Dafür soll eine unabhängiges Komitee die jüngsten Ereignisse analysieren. Der Vorstand soll um mehrere Köpfe erweitert werden. Der wichtigste Investor, Microsoft, darf künftig ebenfalls ein Mitglied bestellen, das als Beobachter fungiert und keine Stimmrechte haben wird. Die organisatorische Aufstellung von OpenAI, die den Großteil der Macht in die Hände weniger Personen legte, ist nach Ansicht verschiedener Beobachter ein wichtiger Mitgrund für die Turbulenzen gewesen. (gpi, 30.11.2023)