Weihnachtszeit! Wer durch die Stadt spaziert, sieht schon die Weihnachtsmänner auf Fassaden turnen und die Lichterketten blinken. Sogar Weihnachtsbäume werden bereits aufgeputzt. Alles total nett, sofern das Weihnachtswunder in Nachbars Garten einem durch wildes Geblinke nicht den Schlaf raubt.

Bei unserer Autorin wird maximal eine Kerze aufgestellt.
Heuer gibt es maximal Duftkerzen.
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Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich finde Weihnachten toll und freue mich, dass Kollegin Redl sogar unser Büro weihnachtlich aufmotzt – nur verpasse ich selbst immer den entscheidenden Moment, zum Weihnachtswichtel zu werden. Jetzt zahlt es sich doch auch fast nicht mehr aus, oder? Auch aus Selbstschutz: Immerhin gibt es wenig Deprimierenderes, als nach den Feiertagen in die dekorierte Wohnung zurückzukehren – und dort erst einmal alle Spuren der Vergangenheit beseitigen zu müssen. Meine Faulheit liegt auch daran, dass ich die Kiste mit den Weihnachtsutensilien vor einigen Jahren in den Keller verfrachtet habe. Ein Ausflug in diese Abgründe erscheint mir seither ähnlich zeitaufwendig wie ein Trip zum Mars. Auch das Ambiente dürfte auf dem fremden Planeten und im heimischen Keller ähnlich sein.

Nächstes Jahr dann

Einen Weihnachtsbaum werde ich mir auch sparen. Ein toter Baum kommt mir sowieso nicht ins Haus – und die lebendige Zimmertanne, die ich mir vor einigen Jahren als Ersatz gekauft habe, war innerhalb weniger Monate auch ziemlich tot. Über die Monstera, die ich im darauffolgenden Jahr als Weihnachtsbaum auserkoren habe, würde ich an dieser Stelle lieber den Mantel des Schweigens breiten. Hoffentlich hat sie bis Weihnachten 2025 wieder ein paar Blätter.

Ich werde mich auch heuer wieder mit ein paar Duftkerzen begnügen, die nach Tannennadeln riechen und nach den Feiertagen schleunigst verräumt werden. Am besten in der Weihnachtskiste im Keller. Dann habe ich nächstes Jahr Mitte November alles auf einen Griff – garantiert. (Franziska Zoidl, 1.12.2023)