Berlin/Wien - Am Freitag lädt die Tragikomödie "Winterwalzer" um 20.15 Uhr in der ARD zu einer ungewöhnlichen Einstimmung auf das Weihnachtsfest. Ulrich Matthes, der zu Deutschlands profiliertesten Stars im Theater, Film und Fernsehen gehört, steht im Mittelpunkt dieser Romanverfilmung voll schwarzen Humors und Herzenswärme. Ein heißer Kandidat auf den Weihnachtsfilm des Jahres.

Psychiaterin Hanne (Nina Kunzendorf) und Albert (Ulrich Matthes) in
Psychiaterin Hanne (Nina Kunzendorf) und Albert (Ulrich Matthes) in "Winterwalzer".
ARD Degeto/Dorothea Tuch

Matthes spielt den ehemaligen Startänzer Albert Gottwald, der nach dem Tod seiner Frau Martha keinen Sinn mehr im Leben sieht. Immer wieder spricht er auf den gemeinsamen Anrufbeantworter, um ihre Stimme zu hören und ihr Nachrichten zu hinterlassen - miesepetrige Sätze wie "Wieder so ein Tag, der aussieht wie matschige Pilze". Als der Nachbarshund auch noch das Rotkehlchen frisst, das er mit Martha einst aufgezogen hatte, wird es Albert endgültig zu viel: Er rastet aus und bereitet schließlich mitten im Advent seinen eigenen Tod vor. Er bestellt Strom, Gas und Wasser ab und knüpft sich einen Galgenstrick. Doch wer soll seine Leiche finden? Albert fasst einen Plan, der ihn in den nächsten Tagen in viele unmögliche Situationen bringen wird.

Unterdessen macht sich Alberts Tochter, Klinikärztin Ina (Antonia Bill), große Sorgen um ihren Vater. Sie schafft es, ihre Vorgesetzte Hanne Hanken für eine fürsorgliche Intrige zu gewinnen: Hanne (gespielt von Grimme-Preisträgerin Nina Kunzendorf) soll sich als Tanzschülerin ausgeben, um sich ein Bild von Alberts Psyche zu machen. Zugleich bekommt der traurige Mann von seinem Umfeld die Lüge aufgetischt, dass er für eine verletzte Freundin als Tanzlehrer einspringen müsse. Nur so sei deren Berliner Studio noch zu retten.

Es knistert

Psychiaterin Hanne sträubt sich zunächst, sagt dann aber zu. Und Albert geht der Lüge auf den Leim. Schnell beginnt es zwischen den beiden zu knistern. Und Albert tanzt sich mit Hanne mehr und mehr ins Leben zurück. Für TV-Zuschauer ist faszinierend anzusehen, wie gut die Chemie zwischen den beiden ist.

Der 89-minütige Film beginne zwar traurig, werde dann immer heiterer, erklärt Ulrich Matthes im dpa-Gespräch. "Aber ist das nicht gerade typisch für Weihnachtsfilme? Albert öffnet sich erst langsam wieder, als diese fremde Frau in sein Leben tritt: gespielt von Nina Kunzendorf, mit der ich wahnsinnig gerne gedreht habe." Für ihn habe der Film "eine fast politische Botschaft", dass man auch in schmerzhaften Situationen eines Menschen oder einer Gesellschaft die Hoffnung nicht aufgeben möge. Matthes: "Zu 51 Prozent bin ich Optimist, glaube ans Gelingen. Diese 51 Prozent vermittelt der Film. Insofern tut er gut in einer Zeit, in der sehr viele Menschen - mich eingeschlossen - von den entsetzlichen Krisen und Kriegen auf der ganzen Welt überfordert sind." (APA/dpa, 7.12.2023)