13 von 15 Mitgliedern im UN-Sicherheitsrat stimmten dafür.
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Nach tagelangem Ringen hat der Weltsicherheitsrat in einer Resolution die Aufstockung der humanitären Hilfe für etwa zwei Millionen Notleidende im Gazastreifen gefordert. Das mächtigste UNO-Gremium verabschiedete am Freitag in New York einen aufgeweichten Kompromisstext. Die USA sahen von einem Veto ab und enthielten sich. Seit Anfang der Woche hatte es danach ausgesehen, dass Washington seine Vetomacht einsetzen würde, um die Interessen des Verbündeten Israel zu schützen. Massive Zugeständnisse der Unterhändler verhinderten ein Scheitern des Beschlusses jedoch in letzter Sekunde. Insgesamt stimmten 13 der 15 Länder für den Text, neben den USA enthielt sich Russland.

Humanitärer Zugang gefordert

Der völkerrechtlich bindende Beschluss fordert Israel dazu auf, "unverzüglich einen sicheren und ungehinderten humanitären Zugang" in den Gazastreifen zu ermöglichen. Auch müssten die Voraussetzungen für eine nachhaltige Einstellung der Gewalt geschaffen werden. In der strittigen Frage nach der Art der Kontrolle der Hilfsgüter einigten sich die Ratsmitglieder darauf, einen zuständigen UNO-Koordinator einzusetzen. Dieser solle in Zusammenarbeit mit allen Akteuren auch für die Beschleunigung der Lieferungen sorgen. Der Rat verlangt weiter, dass humanitäre Güter über alle verfügbaren Grenzübergänge in den Gazastreifen fließen sollen.

Im Krieg zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas im Gazastreifen ist vorerst keine Entspannung in Sicht – im Gegenteil. Während weiter Raketen von Gaza aus auf Israel abgefeuert werden, forderte die israelische Armee die Palästinenser im Zentrum des Küstenstreifens erneut zur Flucht auf.

Ein Lkw-Fahrer begutachtet Hilfsgüter.
Hilfslieferungen am Grenzübergang Kerem Shalom.
AP/Maya Alleruzzo