Teilnehmer:innen einer One Billion Rising Tanzdemo gegen Gewalt in Potsdam.
Teilnehmer:innen einer "One Billion Rising"-Tanzdemo gegen Gewalt in Potsdam.
IMAGO/Martin Müller

Weltweit sehen Menschen auf den Straßen am 14. Februar nicht nur Herzchenluftballons und besonders kitschige Werbungen, die den Valentinstag zum Feilbieten von Produkte nutzen. Seit 2013 kämpfen Feministinnen auch um Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit für ein anderes Thema an diesem Tag: für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Das internationale künstlerische Projekt "One Billion Rising" will tanzend und singend aus dem Valentinstag einen Anti-Gewalt-Tag machen, den es – ebenfalls seit 2013 – auch in Österreich gibt.

Am diesjährigen Valentinstag setzen der Aktivistinnen von "One Billion Rising Austria" vor dem Parlament unter dem Motto "Rise for Freedom – Be the new world" ein Zeichen. "Anstatt einmal im Jahr Blumen zu bekommen, wäre es besser, das ganze Jahr keine Schläge zu bekommen oder nicht sexuell missbraucht zu werden", sagt Aiko Kazuko Kurosaki, Obfrau und künstlerische Leitung von "One Billion Rising Austria“.

Nicht getraut, anzuzeigen

Entstanden ist die internationale Kampagne "One Billion Rising" aus der V-Day-Bewegung, die die Künstlerin V (ehemals Eve Ensler) 2012 initiiert hat. Das V steht für Victory und Vagina. Der 14. 2. ist somit kein Zufallsdatum, sondern soll genau an diesem Tag auf einen besonders gefährlichen Ort für Frauen hinweisen: zu Hause bei ihren Partnern. "Es ist der Mann, der Ex-Mann oder ein Familienmitglied – sie begehen die Femizide", sagt Kazuko Kurosaki. Das künstlerische Projekt OBR will allerdings freudvoll und empowernd helfen und zeigen, dass sich viele öffentlich gegen Gewalt wenden.

Aiko Kazuko Kurosaki engagiert sich seit zwölf Jahren bei "One Billion Rising Austria". Oft kämen Frauen zu ihr und erzählten ihr von erlebter Gewalt – die sich aber nie trauten, anzuzeigen. "Viele Frauen fühlen sich isoliert", sagt sie. "Wir wollen, dass alle Betroffenen von Gewalt wissen: Ihr seid nicht allein", so Kazuko Kurosaki. (Beate Hausbichler, 14.2.2024)