Einfamilienhäuser brauchen Platz, sie verbrauchen Grünflächen und Natur.
IMAGO/Bernd Leitner

Die Österreicher sind ein Volk von Häuserlbauern. Wer über die Lande fährt, sieht viele, viele Siedlungen und auch Einfamilienhäuser in Einzellage, die davon Zeugnis ablegen.

Jetzt stockt die Baubranche, und die Sozialpartner sind auf die Idee gekommen, man müsse den Häuserlbauern einen Zuschuss in Höhe von 20 Prozent der Errichtungskosten, höchstens aber 100.000 Euro, gewähren, damit was weitergeht.

Das ist von Expertenseite auf ziemliche Kritik gestoßen, weil es sich um eine "Subvention mit der Gießkanne" handle, die im Übrigen eher den Pfusch als das Baugewerbe fördern würde. Es wäre außerdem eher ein Bonus für Gutverdiener.

Davon abgesehen gibt es aber noch einen anderen, sehr heiklen Aspekt: Es stellt sich die Frage, ob man eine weitere Zersiedlung und Versiegelung der Landschaft auch noch fördern soll. Einfamilienhäuser brauchen nun einmal viel Platz, sie verbrauchen Natur und Grünfläche. Könnte es sein, dass es sich um eine nicht mehr ganz zeitgemäße Form der Wohnraumbeschaffung handelt? Dabei reden wir nicht von den Luxuschalets, die in bevorzugter Alpin- und Seelage derzeit für die Reichen angeboten werden und die Gegend zubetonieren.

Wer das Baugewerbe fördern will, könnte ebenso großzügig die Sanierung bestehender Bausubstanz subventionieren. Oder die Wohnbauförderung wieder zweckgebunden machen. Mehr Kreativität ist gefragt. (Hans Rauscher, 21.2.2024)