Von einem Moment auf den anderen verschwanden Fonds aus dem Depot – erst Tage später tauchten sie wieder auf.
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Und dann war er wie weggezaubert. Am 29. Jänner ging eine Kundin der Bank Austria (BA) mit ihrer Betreuerin ihre Anlageprodukte durch – und da war er noch im Depot, ein Fonds von Robeco, dem großen internationalen Finanzdienstleister. Sie habe überlegt, den Fonds zu verkaufen, erzählt die Frau, das ließ sich dann aber nicht machen. Denn Stunden später war der Fonds: weg.

Nicht mehr erwähnt auf dem Ausdruck ihrer Anlageprodukte, stattdessen fand sich nur der knappe Hinweis, das Produkt sei "ausgebucht" worden. Warum? Von wem? Ratlosigkeit. Auch die Bankbetreuerin konnte sich die Sache nicht erklären. Nach einigen Tagen des Wartens habe sie sich an den Konsumentenschutz gewendet, berichtet die Kundin – der freilich keine Auskunft bekam: Bankgeheimnis. Allerdings ließ die BA wissen, sie habe sich bereits mit ihrer Kundin in Verbindung gesetzt und kümmere sich um die Angelegenheit.

Gutschein für Olivenöl

Und tatsächlich habe sich damals der Ombudsmann der österreichischen Unicredit-Tochter bei ihr gemeldet, schildert die Frau. Viel erklärt habe er nicht, außer, dass es auch einige andere Betroffene gebe und man der Sache nachgehe. Vielleicht technische Probleme? Und, ja, das brachte zwar den Fonds nicht ins Depot zurück, aber dafür eine Flasche Olivenöl ins Haus. Die spendierte die Bank als Entschuldigung, die Kundin durfte sie bei Wein & Co abholen.

Am 15. Februar war der Spuk vorbei, der Fonds wieder im Depot. Auf Anfrage des STANDARD erklärt die BA die Sache so: "Aufgrund einer Falschinformation, die wir von einem externen Dienstleister bekommen haben, kam es bei einer geringen Zahl von Kunden zu einer Ausbuchung des betreffenden Wertpapierfonds." Die Ausbuchung sei korrigiert worden.

Etwaiger Schaden wird ersetzt

Der Kurs ist inzwischen gesunken, laut der Kundin will ihr die BA einen etwaigen Verlust bei einem Verkauf ersetzen. Übrigens waren rund 50 Kunden vom Verschwinden des Fonds betroffen. Jetzt sind alle wieder da. (Renate Graber, 23.2.2024)