Der US-amerikanische Mondlander des Unternehmens Intuitive Machines aus Houston, Texas.
So sieht der US-amerikanische Mondlander des Unternehmens Intuitive Machines aus Houston, Texas, aus.
AP/Intuitive Machines

Houston, wir haben kein Problem: Erstmals ist einem privaten Raumfahrtunternehmen die Landung auf dem Mond geglückt, und zwar der im texanischen Houston ansässigen Firma Intuitive Machines. Nova-C, Beiname Odysseus, setzte am Freitag um 0.23 Uhr zentraleuropäischer Zeit sanft auf dem Südpol des Mondes auf. Weil keine Crew an Bord ist, sind solche autonomen Landungen besonders schwierig. "Odysseus hat den Mond erobert", freute sich Nasa-Chef Bill Nelson.

Mondlander Odysseus
Mondlander Odysseus vor der sanften Ankunft auf der Mondoberfläche.
IMAGO/Intuitive Machines

Es ist die erste erfolgreiche Mondlandung einer US-amerikanischen Sonde seit 1972, als die letzte der berühmten Apollo-Missionen den Erdtrabanten besuchte. Odysseus – ungefähr so groß wie eine Telefonzelle und 700 Kilogramm schwer – hatte nur eine kleine Irrfahrt hinter sich. Vor dem Landen drehte er eine Extrarunde. Die Laser, mit denen der Abstand zur Mondoberfläche gemessen wird, funktionierten nicht.

Keine Kopflandung

Zum Glück war experimentelles Nasa-Equipment dabei, das die Ingenieure stattdessen einsetzen konnten. Quasi staatliche Hilfe bei der ersten kommerziellen Mondlandung. Seit Jahren setzt die Nasa auf Zusammenarbeit mit privaten Firmen.

Mondlander Odysseus blickt zur Erde
Mondlander Odysseus/Nova-C nahm vor der Landung ein bemerkenswertes Foto aus dem Weltraum auf. Weitere Bilder sollen folgen.
AFP/Intuitive Machines/HANDOUT

Auch nach der Landung dauerte es, bis die Crew im Kontrollzentrum erleichtert aufatmen und feiern konnte. Berechnet hatte man eine Erfolgswahrscheinlichkeit von 80 Prozent – gut, aber gut genug? Nach nervenzehrenden Minuten kam ein schwaches Signal vom Lander, Applaus im Kontrollraum. Erst in den nächsten Stunden wurde bestätigt, dass die Sonde nicht – wie ihr japanischer Vorgänger – auf dem Kopf gelandet war.

Kunst auf dem Mond

Neben Forschungsgeräten für die Suche nach Wasser reiste Kunst mit: Der US-Amerikaner Jeff Koons schickte kein Ballontier, sondern einen Würfel mit 125 Edelstahlkugeln.

"Moon Phases" repräsentiert sowohl die Mondphasen aus Erd- und Weltraumperspektiven als auch berühmte Persönlichkeiten, von Pharao Ramses II. über Philosoph Plato, den Astronom Johannes Kepler und die viktorianische Computerpionierin Ada Lovelace bis zu Jazzlegende Etta James. Eine Kugel, die die Mondfinsternis darstellt, steht passenderweise für Louis Daguerre, der im 19. Jahrhundert die Fotografie revolutionierte. Es dürfte aber nicht das erste Kunstobjekt auf dem Mond sein: 1969 wurde heimlich eine Keramikplatte mitgeschickt, auf der sich unter anderem Andy Warhol verewigte – mit der Zeichnung eines Penis.

Ob die Plakette es bis zum Mond geschafft hat, ist nicht überliefert. Ein weiteres Geheimprojekt brachte 1971 ohne das Wissen der Nasa eine Skulptur des belgischen Künstlers Paul Van Hoeydonck zum Erdtrabanten. Ein armloser Astronaut aus Aluminium steht für 14 verstorbene Astronauten und Kosmonauten.

Die Gedenkstatuette für verstorbene Astronauten und Kosmonauten auf der Mondoberfläche.
Die Gedenkstatuette für verstorbene Astronauten und Kosmonauten auf der Mondoberfläche.
Nasa

Nach Apollo und Odysseus soll die zweite Artemis-Mission erstmals seit mehr als 50 Jahren Menschen in die Nähe des Monds bringen. Das passiert frühestens im September 2025, doch weitere Verzögerungen wären keine Überraschung. Sind Menschenleben im Spiel, geht die Raumfahrt lieber auf Nummer Sicher. (Julia Sica, 23.2.2024)