Wien – Um "Message-Control" zu konterkarieren, starten medienpolitische Interessenvertretungen ein neues Pressekonferenzformat: Unter dem Titel "Offen gefragt" werden Journalistinnen und Journalisten im Presseclub Concordia künftig Persönlichkeiten von politischer Bedeutung für Österreich mit Themen konfrontieren, die aus journalistischer Sicht relevant sind. So beschreiben die Initiatorinnen und Initiatoren in einer Aussendung das neue Format.

Presseclub Concordia
"Offen gefragt" heißt das neue Format im Presseclub Concordia.
APA/GEORG HOCHMUTH

Involviert sind der Presseclub Concordia, die Vereinigung der Parlamentsredakteurinnen und -redakteure und die Initiative für Qualität im Journalismus. Für sie sei es "wesentlich, unabhängigen und kritischen Journalismus zu fördern und zu stärken". Moderiert werden die Pressekonferenzen, die in unregelmäßigen Abständen stattfinden, abwechselnd von Maria Scholl, Chefredakteurin der APA, und Christoph Kotanko, Wien-Korrespondent der "Oberösterreichischen Nachrichten".

Die erste Pressekonferenz "Offen gefragt" soll am 4. März um 14 Uhr im Presseclub Concordia, Bankgasse 8, 1010 Wien stattfinden. Als Gast für den Auftakt zugesagt hat Werner Kogler, Vizekanzler und Bundessprecher der Grünen. "Das Gespräch wird eine Stunde dauern, Berichte darüber werden uneingeschränkt möglich sein", heißt es.

"Das sollte es uns ermöglichen, Antworten jenseits der leider üblich gewordenen Message-Control zu erhalten", zeigte sich Presseclub-Concordia-Präsident Andreas Koller in einer Aussendung hoffnungsvoll. Journalisten sollten nicht nur Antworten bekommen, "die Parteistrategen auf dem Reißbrett entworfen haben. Denn das schadet im Endeffekt allen, vor allem unserem demokratischen System", betonte Claudia Dannhauser, Vorsitzende der Vereinigung der Parlamentsredakteurinnen und -redakteure, die Dringlichkeit eines solchen Formats. "Offen gefragt" könne mithelfen, wieder besser in ein professionelles Gespräch zu finden, sagte IQ-Vorstandsvorsitzende Julia Ortner. Denn: "Politik und Medien stehen sich vielfach mit Misstrauen gegenüber, der Dialog ist schwierig geworden." (red, 23.2.2024)