Am letzten Verhandlungstag des Kurz-Prozesses ging es noch einmal intensiv um die beiden russischen Zeugen, die für die Verteidigung von Sebastian Kurz den Hauptbelastungszeugen Thomas Schmid unterminieren sollten.

Ex-Kanzler Sebastian Kurz
Ex-Kanzler Sebastian Kurz am Freitag im Wiener Landesgericht.
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Also: Zwei russische Unternehmer wollten Thomas Schmid engagieren. Es wurde nichts draus, doch die beiden wollen aus den Gesprächen den Eindruck davongetragen haben, dass Schmid nur der Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) zuliebe Dinge aussagte, die so nicht stimmten. Das wiederum erfuhren – irgendwie – die Anwälte von Kurz, und so kam es in Tiflis, Georgien, zur Unterzeichnung einer eidesstattlichen Erklärung (Affidavit) in dem Sinn durch die beiden Zeugen.

In ihrer Zeugenaussage ruderten beide wieder zurück. Worauf der Richter den einen fragte, woher denn überhaupt das Affidavit stamme, dass sie beide unterzeichnet hätten. Das habe ihm der erste russische Zeuge gegeben. Der Richter: Das Dokument sei ihm also vorbereitet vorgelegt worden? Ja, sein Kollege habe ihn darum gebeten; dem sei es auch angeboten worden, aber er wisse nicht, von wem.

Daraufhin vermutet der Staatsanwalt am letzten Prozesstag, dass "man" mit Hilfe der Russen Thomas Schmid eine Falle stellen wollte. Die beiden russischen Zeugen sind wieder in den Weiten des russischen Raumes verschwunden. Geblieben sind Fragen über die Verteidigungsstrategie von Sebastian Kurz. (Hans Rauscher, 23.2.2024)