Der Mann, der den Frauen Schultern verpasste: Claude Montana
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Er gehörte zu den schillerndsten Designern der Achtzigerjahre in Paris. Der Modedesigner Claude Montana, 1947 in der französischen Hauptstadt unter dem Namen Claude Montamat als Sohn einer Deutschen und eines Spaniers geboren, gründete 1979 sein eigenes Label - er gehörte zu jenen Quereinsteigern, die der Pariser Modeszene neues Leben einhauchten. Dafür sorgten futuristische Lederoutfits mit breiten Schultern. Seine Schwäche fürs selbstbewusste Power Dressing verband den "Architekten der Schulterpolster" mit seinem Kollegen Thierry Mugler.

Im Jahr 1993 mit seiner Ehefrau Wallis Franken.
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Der Designer, der Lederblouson und Cowboyboots zu seinem Markenzeichen machte, zog seine Inspiration auch aus dem Pariser Nachtleben. Gleichzeitig galt er als zurückhaltend: Jobangebote als Kreativchef bei den Modehäusern Dior und Givenchy lehnte Montana Ende der Achtzigerjahre ab. Das Unternehmen Lanvin konnte ihn schließlich überzeugen, Couture zu entwerfen.

In den Neunzigerjahren, der Hochzeit der minimalistischen Mode, verschwand der Franzose, der mit seinem Label in finanzielle Schwierigkeiten geriet, modisch von der Bildfläche. Nach dem Suizid seiner Ehefrau, dem US-Model Wallis Franken, im Jahr 1996 zog er sich zurück. Exaltierte Mode war nicht mehr gefragt, sein Unternehmen war Ende der Neunziger insolvent. Eine allerletzte Show ging im Jahr 2002 über die Bühne. Claude Montana verstarb am Freitag im Alter von 76 Jahren in einem Pariser Krankenhaus. (red, 23.2.2024)