In der Nacht auf vergangenen Freitag gelang die erste kommerzielle Landung auf der Mondoberfläche. Nun hat der Lander Nova-C (der informelle Name lautet Odysseus) neue Bilder vom Erdtrabanten zur Erde geschickt. Das Raumfahrtunternehmen Intuitive Machines mit Hauptsitz in Houston, Texas, und die Nasa veröffentlichten am Montag mehrere Aufnahmen, die die Sonde während der Landung machte.

Mondboden, Odysseus, Lander
Eines der neuen Bilder von Odysseus, entstanden etwa 35 Sekunden nachdem der die Sonde im Verlauf der Landung umgefallen war. Zu sehen ist der Mondboden in der Umgebung der Sonde (unterer Bildrand).
Foto: AFP/Intuitive Machines/HANDOUT

Landung auf dem Südpol

Die Bilder bestätigten, was ohnehin schon klar schien: Nova-C war in einem Umkreis von 1,5 Kilometern um die angepeilte Landestelle in einem Krater namens Malapart A in Südpolnähe gelandet. Damit steht die Sonde südlicher auf dem Mond als je ein anderes Raumschiff.

Noch kommuniziere der Lander mit dem Kontrollzentrum. Man werde nun so lange Daten sammeln, bis die Mondnacht anbricht und die Sonne den Landungsort nicht mehr erreicht und damit die Aufladung der Solarbatterien nicht mehr möglich ist. Dass diese Geräte zäh sind und die 14-tägige Mondnacht überleben können, hat zuletzt der japanische Lander Slim bewiesen. Wider erwarten war Slim gestern aus seinem Kälteschlaf erwacht, als seine Solarpaneele wieder dem Sonnenlicht ausgesetzt waren.

Mondboden, Odysseus, Lander
Diese Aufnahme war bereits vor einigen Tagen veröffentlicht worden. Das extreme Weitwinkelbild zeigt den Lander am rechten Bildrand.
Foto: REUTERS/INTUITIVE MACHINES

Umgekippt

Mit dem Lander der Bauart Nova-C, der den Spitznamen Odysseus oder "Ody" trägt, war in der vergangenen Woche erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder eine US-Sonde auf dem Mond gelandet. Beim Aufsetzen kippte Odysseus nach Angaben von Intuitive Machines jedoch um und liegt nun auf der Seite. Daten könnten aber trotzdem gesammelt werden.

Der Nova-C-Lander ist etwa so groß wie eine altmodische britische Telefonzelle, hat Aluminiumbeine, wiegt rund 700 Kilogramm und kann etwa 130 Kilogramm Ladung befördern. Einen großen Teil davon hat die Nasa mit Forschungsgeräten und anderem Material belegt, den Rest haben sich vor allem kommerzielle Unternehmen für ihre Vorhaben gesichert.

Mondboden, Odysseus, Lander
Ein weiteres aktuelles Bild, allerdings mitdeutlich geringerer Auflösung.
Foto: REUTERS/INTUITIVE MACHINES

Zusammenarbeit

Die Mission ist Teil des Nasa-Programms CLPS (Commercial Lunar Payload Services). Mit diesem Programm will die US-Raumfahrtbehörde auf ihrem eigenen Weg zurück zum Mond vergleichsweise günstig und effizient so viel Wissen sammeln wie möglich, indem sie Verträge für Mondlandungen an private Firmen vergibt und mit diesen zusammenarbeitet. Insgesamt sind für das CLPS-Programm bis 2028 rund 2,6 Milliarden Dollar (etwa 2,4 Milliarden Euro) veranschlagt.

Intuitive Machines bekam für die Nova-C-Mission rund 77 Millionen Dollar. Das Unternehmen mit Sitz im texanischen Houston war 2013 unter anderem vom US-iranischen Unternehmer Kam Ghaffarian gegründet worden. Er steht auch hinter der Firma Axiom Space, die gerade erst wieder mit einer kommerziellen Mission Raumfahrer zur Internationalen Raumstation schickte.

Mondboden, Odysseus, Lander
Auch vom Mondorbit aus konnte Odysseus schon ausgemacht werden: Am 24. Februar überflog die Nasa-Raumsonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) den Landeplatz in einer Höhe von etwa 90 Kilometern und fotografierte dabei den Lander (weißer Pfeil).
Foto: AFP/NASA's Goddard Space Flight

Menschen auf dem Mond

Eine Mondlandung ist technisch höchst anspruchsvoll, was sich an den Fehlversuchen der jüngsten Zeit zeigte. Anfang des Jahres schafft es das Mondlandemodul Peregrine gar nicht erst aus dem Erdorbit. Peregrine war am 8. Jänner mit einer Rakete des Raumfahrt-Joint-Ventures United Launch Alliance ins All gestartet. Nach der Trennung von der Rakete ereignete sich aber eine Explosion, und das Mondlandemodul begann, Treibstoff zu verlieren. Peregrine verglühte schließlich Mitte Jänner in der Erdatmosphäre.

Die Nasa selbst will mit ihrem Artemis-Programm in den kommenden Jahren wieder Astronauten zum Mond bringen: Frühestens im September 2025 soll die Artemis-2-Crew zu einer Reise um den Mond herum aufbrechen, erst ab September 2026 kann man mit der nächsten Mondlandung eines Menschen rechnen. (red, APA, 27.2.2024)