Auf dem kleinen Bildschirm zwischen den Hinterrädern können in Zukunft Dämonen erschossen werden.
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Der 1993 erschienene Großvater des Ego-Shooter-Genres "Doom" gilt zu Recht als meistportiertes Spiel. Schon auf Druckern, iPods und Schwangerschaftstests musste der namenlose "Doomguy" Höllendämonenhorden auf dem Planeten Mars besiegen. Seit geraumer Zeit ist die Bandbreite an Technik, auf der "Doom" gespielt werden kann, um ein Haushaltsgerät reicher. Die Softwareentwickler der schwedischen Firma für Forstwirtschaft- und Gartengeräte haben selbst die Portierung der Shareware-Version angestrebt. Jeder Husqvarna Rasenmähroboter-Besitzer kann zwischen 15. April und 9. September das Weltraum-Kettensägenmassaker auf seinem Gerät spielen.

Bastelprojekt in den Feiertagen

Die Tätigkeit, das mehr als dreißig Jahre alte Spiel auf noch so schwache Geräte zu portieren, ist eine beliebte Herausforderung für Softwareentwickler. Selbst Bakterienstämme wurden schon trainiert, um die visuelle Komponente des Spiels darzustellen. So haben sich auch die Entwickler bei Husqvarna über die Feiertage diese Aufgabe gestellt und präsentierten die Ergebnisse im Zuge des Mobile World Congress. "In der Weihnachtszeit ist nicht so viel los, was das Rasenmähen angeht, und man hat mehr Zeit, über andere Projekte nachzudenken", erklärt Björn Mannefred, der einen extra angefertigten "Doom x Husqvarna"-Hoodie trägt, den Kollegen der Tech-Nachrichtenwebsite Golem.de.

Nachdem sich ein Kollege Mannefreds mit der Frage beschäftig hat, wo überall der Spieleklassiker läuft und welche technischen Gegebenheiten vorhanden sein müssen, sind die Entwickler schließlich auf die Idee gekommen, ihr eigenes leistungsstarkes Produkt mit "Doom" auszustatten. "Wir haben ungefähr 320 Kilobyte Arbeitsspeicher und rund 160 MHz CPU-Leistung", erklärte Mannefred auf dem Kongress. Das ist mehr als genug, um das Spiel flüssig abspielen zu können.

Auch die anderen Komponenten funktionieren ungewöhnlich gut dafür, dass es sich immer noch um einen Rasenmäher handelt. Gesteuert wird der Protagonist mit den Drehknopf. Start- und Stoppknopf dienen zum Schießen und Öffnen von Türen. Der mit 320 x 240 Pixeln auflösende Screen schafft es auch, das Videospiel in einer Schärfe wiederzugeben, mit der andere kuriose Portierungen von "Doom" nicht mithalten können. All jene, deren Interesse an exotischen "Doom"-Portierungen geweckt wurde, können sich auf dem Tumblr-Blog "It Runs Doom" einen Überblick verschaffen. (red. 27.2.2024)