Feuchtgebiet in Niederösterreich
Österreich kämpft schon jetzt deutlich häufiger mit Dürre als noch vor wenigen Jahrzehnten.
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Vereinzelte Starkregenereignisse mögen darüber hinwegtäuschen. Aber auch Österreich kämpft schon jetzt deutlich häufiger mit Dürre als noch vor wenigen Jahrzehnten. Während diese Trockenperioden vielerorts dem globalen Klimawandel geschuldet sind, sind einige der Probleme dennoch hausgemacht. Jahrhundertelang wurden Moore und Feuchtwiesen entwässert und Flüsse künstlich begradigt – nicht zuletzt, um Flächen für den Anbau für Fichten-Monokulturen und andere standortfremde Wälder zu schaffen.

Das rächt sich, etwa im Waldviertel, aber auch in vielen anderen Regionen, nun doppelt. Denn durch das fehlende Wasser in der Landschaft gibt es kaum Pufferzonen, wenn es einmal länger trocken ist. Die einst praktischen, da schnellwüchsigen Fichtenwälder drohen in geschwächtem Zustand Borkenkäfer, Windwurf und Waldbränden zum Opfer zu fallen. Grund- und Trinkwasserpegel sinken ab. Und auch bei heftigen Niederschlägen erweisen sich die harten, kahlen Böden dieser Wälder als wenig brauchbar und begünstigen Überschwemmungen.

Um unseren Wasserhaushalt und damit auch unsere Wälder vor klimabedingten Extremereignissen zu schützen, muss alles getan werden, um Wasser länger in der Landschaft zu halten. Durch renaturierte Bäche, Flüsse und Moore, die sich stärker in der Landschaft ausbreiten und damit das Grundwasser speisen können, und nicht zuletzt auch durch die Wälder selbst. Naturnahe Mischwälder mit hoher Biodiversität können deutlich mehr Wasser in ihren Böden speichern als artenarme Monokulturen. Da ein Wald nicht von heute auf morgen in den Himmel wächst und eine Umwandlung bestehender Forste viel Zeit braucht, müssen wir besser gestern als heute handeln. Noch ein paar Jahrzehnte abzuwarten können wir uns nicht mehr leisten. (Martin Stepanek, 29.3.2024)