Dosentomaten sind ein Triumph der Lebensmittelindustrie. Sie halten ewig, lassen sich stapeln, kosten wenig und sind, am allerwichtigsten, meistens richtig gut. Selbst im Sommer ist es schwer, frische Tomaten zu finden, die für Saucen besser geeignet sind als jene aus der Dose. Es gibt nicht viele Supermarktprodukte, die das Leben so vieler Menschen so viel angenehmer und schöner gemacht haben.

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Nicht ganz vollständige Aufstellung der getesteten Tomaten. Nicht im Bild: Cucina Nobile von Hofer und zwei edle italienische Produkte aus dem Internet.
Foto: Tobias Müller

Aber welche ist die beste? Sind teure merkbar anders als billige? Und zahlt sich die Investition in San Marzano, die angebliche Dosentomatenkönigin, aus? Der Heinrich S. und ich haben uns auf der Suche nach Antworten durch das Angebot von Billa Plus, Interspar, Hofer und Gurkerl1 gekostet.

Wir haben uns zunächst auf ganze Tomaten beschränkt, weil ich das Vorurteil habe, dass in Passata und gewürfelten Tomaten tendenziell die Ausschussware landet. Außerdem mag ich mitunter die bröckelige Konsistenz der Sauce aus ganzen, nicht perfekt industriell passierten Tomaten. Auch der große Kenji Lopez-Alt empfiehlt Dosen mit ganzen Tomaten, bringt aber einen wertvollen Einwand: bei sehr guten Produzenten, meint er, sei das Püree mitunter besser, weil in ihm die so richtig vollreifen Früchte landen.

Wir haben daher bei den Siegertomaten noch eine Vergleichsverkostung der ganzen mit den pürierten beziehungsweise gewürfelten Produkten gemacht – und konnten keinen Unterschied erschmecken. Die ganzen, von uns im Topf zerdrückten sahen auch genauso aus wie die vorgewürfelten. Kaufen Sie daher, was Ihnen mehr liegt.

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Dosentomaten im Test.
Foto: Tobias Müller

Nicht als Sauce getestet

Die Inhaltsstoffe sind bei allen Produkten sehr ähnlich: Manche enthalten tatsächlich nur Tomaten und Tomatensaft, andere haben noch einen Säureregulator dabei, manche werden statt in Tomatensaft in passierte Tomaten gepackt – auf den Geschmack ausgewirkt hat sich das alles bei unserem Test nicht. Nur die BioOrto Cocktailtomaten waren in Wasser statt in Tomatensaft gepackt – und konnten uns als Saucentomaten nicht überzeugen.

Verkostet haben wir alle Tomaten ungewürzt und nur kurz erwärmt, also noch nicht zu einer Sauce eingekocht, und, so wie schon bei der Pasta und der Butter, immer in Viergruppen und nach dem K.-o.-System: Der Gruppensieger kommt weiter und wird am Ende gegen die anderen Gruppensieger verkostet.

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Die kleine Gruppe der Cocktailtomaten samt später disqualifizierter Siegerdose.
Foto: Tobias Müller

Die Cocktailtomaten haben wir separat in einer eigenen Gruppe verkostet.

Was wir über Dosentomaten gelernt haben

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Welche Dosentomaten sind die besten?
Foto: Tobias Müller

Das Ergebnis

And the winners are …

… die Kitchin-Dosentomaten von Gurkerl. Sowohl die Bio- als auch die konventionelle Version sind ins Finale gekommen, ein zusätzliches Zeichen, dass das gutes Zeug ist – wobei im direkten Vergleich die Bio-Version besser ist: fruchtig, tomatig, gutes Süße-Säure-Spiel, fein und schon bloß so mit Genuss zu löffeln. Kitchin ist eine Gurkerl-Eigenmarke, die Tomaten stammen von einem Produzenten in Gragnano, zwischen Vesuv und Amalfiküste, was mich als einstigen Wahlneapolitaner doppelt freut.

Mit dabei in der Finalrunde und ebenfalls sehr gut waren die Bio Mutti Pelati. Die klassischen Mutti sind hingegen als etwas fad ausgeschieden.

Die Verlierer

Nur eine Dose war so richtig schlecht, die klassische Spar-S-Budget-Dosentomaten – allerdings dürfte das ein Produktionsfehler gewesen sein. Der Inhalt war braun und oxidiert und schmeckte nach eingekochten Tomaten, die schon ein paar Tage in der Küche abgestanden sind.

Cirio hatte einen unguten metallischen Ton, und die Agrigenus San Marzano (immerhin dieselbe Marke wie die klaren Sieger, die Piennolo) haben für mich ebenfalls unsauber geschmeckt. Die beiden würde ich künftig vermeiden.

Die Ergebnisse im Detail:

Außergewöhnlich, aber leider aktuell nicht erhältlich: Agrigenus Piennolo

Sehr gut: Kitchin Bio, Mutti Bio, Kitchin

Gut: La Carmela San Marzano, Clever, Oro, Spar Natur Pur, Spar Premium Datterini, Cucina Nobile

Okay: Mutti San Marzano, DeCesare, Alnatura, Mutti, BioOrto Datterini

Nicht so gut: Spar Premium San Marzano, Cirio, Agrigenus San Marzano

Ungenießbar: Spar S Budget (fehlerhafte Dose)

(Tobias Müller, 12.5.2024)