Frau wird gepflegt
Die Mehrheit der Menschen, die Pflegegeld beziehen, sind aktuell Frauen.
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Wien – Im März haben in Österreich knapp 478.000 Menschen Pflegegeld bezogen, die überwiegende Mehrheit davon Frauen (295.000), zeigen von der APA zum "Tag der Pflege" am Sonntag abgefragte Daten des Sozialministeriums. Im Vergleich zum Monat davor haben sich die Zahlen damit kaum verändert (plus 0,3 Prozent), im Jahresvergleich gab es einen Anstieg um 2,8 Prozent. Bei der Zuordnung nach Pflegestufen – diese orientieren sich am Pflegebedarf nach Stunden – gab es kaum Änderungen.

Die meisten Pflegegeldbezieherinnen und -bezieher gibt es weiterhin mit 28,3 Prozent in der niedrigsten Pflegestufe 1. Rund 20,7 Prozent sind Stufe 2 zugeordnet, in Stufe 3 sind es 18,9 Prozent, in Stufe 4 rund 14,7 Prozent, 11,4 Prozent befinden sich in der Stufe 5, rund 4,3 Prozent in der Stufe 6 und 1,8 Prozent in der höchsten Stufe 7.

Mit Jahreswechsel wurde das Pflegegeld routinegemäß erhöht, der "Anpassungsfaktor" lag diesmal bei 9,7 Prozent. Damit erhalten Pflegegeldbezieher der Stufe 1 seit Jänner monatlich rund 192 Euro, in Stufe 2 sind es 354, in Stufe 3 kommt man auf 552 Euro, in Stufe 4 auf 827, in Stufe 5 auf 1.124 Euro. Für Betroffene in Stufe 6 gibt es 1.569 Euro, in der höchsten Stufe 7 sind es 2.062.

Stellungnahme des Gesundheitsministeriums

Im Gesundheitsministerium betonte man in einer Stellungnahme, dass die steigende Lebenserwartung zu mehr Unterstützungsbedarf führe, gleichzeitig würden mehr Pflegekräfte und Betreuungspersonal gebraucht. Darauf habe man bereits mit Maßnahmen wie den beiden Teilen der Pflegereform, der Aufstockung des Pflegefonds auf 1,1 Milliarden Euro im Rahmen des Finanzausgleichs (unter anderem für höhere Entgelte für Pflege- und Betreuungspersonal, Ausbildungsbeitrag, dauerhafte Verankerung von Community Nursing) oder dem Pflegestipendium für den Um- oder Wiedereinstieg in die Pflege reagiert. Trotz dieser Fortschritte seien weitere Schritte notwendig, "hierzu sind wir im laufenden Austausch mit den Systempartnerinnen und Systempartnern".

Neue Datenbank soll Nostrifikationen beschleunigen

Das Sozialministerium will mit einer neuen Datenbank die Anerkennung ausländischer Ausbildungsabschlüsse von Pflegekräften beschleunigen. Mit Mustergutachten sollen Länder und Fachhochschulen bei ihren Nostrifikationsverfahren unterstützt werden, teilte das Sozialministerium am Sonntag mit. Zu finden ist die Datenbank auf einer zum "Tag der Pflege" veröffentlichten Website, auf der Pflegekräfte aus dem Ausland auch Informationen für den Berufseinstieg in Österreich finden.

"Die Datenbank ermöglicht, dass Pflegekräfte aus Drittstaaten schneller in Österreich arbeiten können, ohne dass unser hoher Standard in der Pflege leidet", betonte Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) in einer Aussendung. Für die Anerkennung sind bei Ausbildungen von Pflegeassistentinnen bzw. Pflegeassistenten und Pflegefachassistentinnen bzw. Pflegefachassistenten aus Drittstaaten die Länder zuständig sind, bei diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerinnen bzw. -pflegern die Fachhochschulen.

Die Datenbank ersetzt die individuelle Prüfung jedes Antrags nicht, aber soll zu einer Vereinheitlichung und Beschleunigung beitragen. Entwickelt wurde die Datenbank von der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG). Darin befinden sich Mustergutachten für alle drei Pflegeberufe. Dazu wurden 120 bestehende Nostrifikationsgutachten analysiert. Mit jedem weiteren Gutachten, das von Ländern oder Fachholschulen ausgestellt und an die Gesundheit Österreich GmbH übermittelt werde, wachse die Datenbank, hieß es. Parallel dazu entsteht ein Leitfaden, wie Ausbildungen aus den verschiedenen Ländern zu beurteilen sind. Fehlende Ausbildungsinhalte von Arbeitskräften aus Drittstaaten müssen in Theorie und Praxis nachgeholt werden. (APA, red, 12.5.2024)