Die Diskussion rund um die Servicepauschale der Mobilfunker verfolgt uns bereits seit rund zwei Jahren.
APA/ROLAND SCHLAGER

Sechs Kunden haben gegen die Servicepauschale der Mobilfunkbetreiber A1 und Magenta geklagt und vor Gericht gewonnen. Diese Mobilfunkbetreiber müssen die Servicepauschale rückerstatten. Ein Fall ist bereits rechtskräftig, in den anderen läuft noch die Berufungsfrist, berichteten "Kurier" und "Tiroler Tageszeitung" in ihren Montagsausgaben.

1.000 Fälle

In mehr als 250 Fällen wendeten die Mobilfunker A1, Magenta und Drei Urteile ab, in dem sie die Pauschale zurückzahlten, sagte der Wiener Anwalt Matthias Strohmayer, Vertrauensanwalt des Vereins für Konsumenteninformation. Strohmayer betreue über 1.000 Fälle, schrieb die "Tiroler Tageszeitung". Aber auch die Arbeiterkammer brachte heuer im Jänner eine Verbandsklage gegen die Servicepauschale der Mobilfunkbetreiber ein. Hier stehen die Urteile noch aus.

Die meisten Mobilfunker haben allerdings bereits Vorkehrungen getroffen, um künftige Klagen gar nicht erst aufkommen zu lassen. So ersetzte Drei etwa die Servicepauschale Anfang des Jahres gegen "anlassbezogene" Zahlungen. A1 reagierte ähnlich und ließ der Streichung der Pauschale angehobene Tarife folgen.

Seit 2011

Die meisten Mobilfunkanbieter verrechnen einmal jährlich eine Servicepauschale. Sie haben diese 2011 eingeführt. Nachdem der Oberste Gerichtshof vor rund eineinhalb Jahren eine ähnliche Abgabe bei Fitnesscenter gekippt hatte, flammte die Diskussion um die Servicepauschale beim Mobilfunk wieder auf.

Dem schlechten Ruf der Servicepauschale zum Trotz, führten manche Lokale in der heimischen Gastronomie im Vorjahr eben diese ein, was für heftige Diskussionen sorgte. Während in anderen Ländern das Trinkgeld auf diese Weise vorgegeben ist, darf man in Österreich noch frei wählen, wie hoch dieses ausfallen soll. (APA, red, 13.5.2024)