Bis zu 260 Meilen (rund 420 Kilometer) weit sollen aktuelle Ausgaben des Tesla Model Y in der Standardausführung mit Hinterradantrieb mit einer Akkuladung kommen. Gemäß WLTP-Schätzung, die in Europa herangezogen wird, sollen es gar 455 Kilometer sein. Nun hat Firmenchef Elon Musk allerdings eine Überraschung parat für die Besitzerinnen und Besitzer des Fahrzeugs.

Wie er auf seinem Netzwerk X (vormals Twitter) ankündigt, soll es bald ein Upgrade für die Reichweite geben. Möglich macht das eine zwar vorhandene, bisher aber aufgrund einer softwareseitig vorgegebenen Beschränkung nicht genutzte Akkukapazität. Das Angebot gilt ausschließlich für den US-amerikanischen Markt.

Um 65 bis 95 Kilometer mehr

Man sei gerade dabei, sich die behördlichen Genehmigungen zu sichern, schreibt Musk. Sobald diese erteilt wurden, können aktuelle Model-Y-Fahrzeuge per Update eine zusätzliche Reichweite von 40 bis 60 Meilen (rund 65 bis 95 Kilometer) erhalten. Der genaue Umfang hänge davon ab, welche Akkuzellen im jeweilen Auto verbaut sind. Dafür wird man zwischen 1500 und 2000 Dollar (derzeit 1390 bzw. 1850 Euro) zahlen müssen. Das Auto selbst kostet in unseren Breitengraden in der Basisausführung als Neukauf derzeit knapp 45.000 Euro. Hintergrund ist, dass in neueren Model Y-Fahrzeugen infolge einer Förderung seitens der Biden-Regierung wohl größere Akkus eingebaut wurden, als üblich.

Während Musk in einigen Reaktionen für die kommende Upgrade-Option gelobt wird, gibt es auch manche kritischen Stimmen. Diese zeigen sich verärgert, dass sie eine Aufzahlung leisten müssen, um Akkukapazität zu nutzen, die bereits vorhanden ist, zumal diese ansonsten nutzloses Zusatzgewicht darstellt.

Trend zu Zusatzmonetarisierung

The Verge erinnert dabei an den Trend in der Autoindustrie, Features mitzuliefern, aber per Software zu sperren, um sich ihre Freischaltung extra bezahlen zu lassen. Ein prominentes Beispiel ist BMW, das 2022 testweise damit begann, für die Aktivierung der ohnehin integrierten Sitzheizung in manchen Modellen eine Abogebühr zu verlangen. Diese Monetarisierungsstrategie sorgte für einige Aufregung.

Im September 2023 machte der Hersteller schließlich einen Rückzieher und erklärte gegenüber Autocar, dass man in Hinkunft nur noch für softwareseitige Dienstleistungen wie Fahr- und Einparkhilfe zusätzliches Geld verlangen wolle, aber nicht mehr für die Nutzung von Hardware, die bereits im Fahrzeug vorhanden ist. (gpi, 13.5.2024)