STANDARD-Korrespondentin Maria Sterkl wurde Montagabend mit dem Ari-Rath-Preis 2024 für kritischen Journalismus ausgezeichnet. Der Preis war auf Basis einer Privatinitiative ins Leben gerufen worden, um im Sinne des im Jänner 2017 verstorbenen ehemaligen Chefredakteurs der Jerusalem Post Journalistinnen und Journalisten auszuzeichnen, die sich in ihrer Arbeit um eine kritische und der Wahrung der Menschenrechte verpflichtete Berichterstattung über Flucht, Vertreibung und Asyl in hervorragender Weise verdient gemacht haben.

Ausgezeichnet mit dem Ari-Rath-Preis 2024: STANDARD-Korrespondentin Maria Sterkl.
Ausgezeichnet mit dem Ari-Rath-Preis 2024: STANDARD-Korrespondentin Maria Sterkl.
Foto: privat

Politische Kräfte und ihr Bild der Eliten

Sterkl ist seit 2020 Korrespondentin in Israel. In ihrer Dankesrede warnte sie vor dem Erstarken politischer Kräfte, auch in Österreich, die den freien Journalismus bekämpfen würden, "nicht nur, weil er kritisch ist und den Mächtigen auf die Finger schaut und ihre Korruption aufdeckt. Sondern auch, weil er in ihr Bild der Eliten passt, das sie sich zurechtgezimmert haben", so Sterkl. "Gegen diese sogenannten Eliten kämpfen sie an. Selbst dann, wenn sie dieses Land autokratisch beherrschen und alles ausgeschaltet haben werden, was ihre Macht einschränken könnte, werden sie immer noch dieses Bild der Eliten malen und sich selbst zum Opfer stilisieren. Dabei haben sie gar nichts gegen Eliten. Was sie hassen, sind humanistische Werte und das Eintreten für die weniger Privilegierten. Medien, die diese Werte vertreten, stehen deshalb besonders stark unter Druck."

Neben dem STANDARD schreibt Sterkl auch für die Frankfurter Rundschau, die Funke-Mediengruppe und als freie Autorin unter anderem für die Zeit. Ihre Themenschwerpunkte sind Israel und Palästina, der Zustand der Demokratie und der Menschenrechte, aber auch Wirtschaft, Soziales und Kultur.

Mit dem Ari-Rath-Preis wurde dieses Jahr auch das Palestine–Israel Journal ausgezeichnet, das 1994 von palästinensischen und israelischen Journalisten, Ziad Abuzayyad und Victor Cygielman (1926–2007), gegründet wurde. Die Publikation wurde während der ersten Phasen des Osloer Friedensprozesses ins Leben gerufen, um den Dialog zwischen den Zivilgesellschaften auf beiden Seiten zu fördern und die Basis für die Unterstützung des Friedensprozesses zu verbreitern. (red, 13.5.2024)