Wien - Die Austria Presse Agentur (APA) hat eine neue crossmediale Contentplattform für Planung, Monitoring und Recherche gelauncht: den APA-Newsdesk. Dieser löst nach drei Jahrzehnten des Betriebs den APA-Onlinemanager (AOM) ab und bündelt sämtliche Inhalte und Produkte der APA-Gruppe auf einer Plattform. Es handle sich um einen "Hafen der Glaubwürdigkeit und Professionalität", sagte APA-Chefredakteurin Maria Scholl bei einer Präsentation am Dienstag.

Das News-Modul des APA-NewsDesk liefert einen ständig aktualisierten Monitoring-Überblick über APA-Inhalte.
Das News-Modul des APA-Newsdesk liefert einen ständig aktualisierten Monitoring-Überblick über APA-Inhalte.
Foto: APA

Die APA begreife sich mit ihrem Basisdienst als "Rückgrat der Medienlandschaft", so Scholl. Im heurigen Wahljahr gebe man mit dem Launch des Newsdesk ein "starkes Lebenszeichen und selbstbewusstes Signal" ab. Der APA-Newsdesk ist für Informations- und Kommunikationsspezialistinnen und -spezialisten konzipiert und soll die Arbeit in den Redaktionen, Agenturen und Kommunikationsabteilungen dieses Landes erleichtern – unter anderem mit einem individuell maßgeschneiderten Startscreen. "In die Entwicklung und Umsetzung ist die Expertise der gesamten APA-Gruppe geflossen", sagte APA-CEO Clemens Pig. Der Newsdesk erfülle alle Anforderungen moderner Medienproduktion.

"Live-Fenster ins Nachrichtengeschehen"

"Wir sind eine multimediale Nachrichtenorganisation, die ein ständig wachsendes Portfolio anbietet", so Scholl. Mehrere Angebote hatten im AOM keinen Platz mehr, existierten außerhalb davon, was sich nun mit dem Newsdesk ändere. "Wir begreifen ihn als Live-Fenster ins Nachrichtengeschehen und in die Redaktion", sagte die APA-Chefredakteurin. Bei der Entwicklung habe man sich an den Lebenswelten der User orientiert und anhand von Leitlinien wie Transparenz, Echtzeit, vertrauenswürdige Künstliche Intelligenz (KI) oder auch Datenkompetenz gearbeitet. Dabei stand "Agilität" bei der Entwicklung im Zentrum, erklärte APA-IT-Geschäftsführer Clemens Prerovsky. Man habe aufgrund der Komplexität des Projekts laufend Feedback eingeholt und auf Basis dessen gelernt und verbessert.

In einem News-Modul sind der gesamte APA-Basisdienst inklusive Live-Berichterstattung (Blog und Livestreams), Bilder, Grafiken, Videos und die gesamte Mediendatenbank von APA-Comm enthalten. Auch der gesamte Bildbestand von APA-Picturedesk ist durchsuchbar. Echtzeitberichterstattung sei in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Mit dem Newsdesk können Liveblogs und Livestreams nun sehr komfortabel konsumiert werden, versicherte der stellvertretende APA-Chefredakteur Christian Kneil. Die Integration in Angebote außerhalb der APA ist nach wie vor möglich.

KI-gestützter Textassistent integriert

Die Mediendatenbank wurde um 230 neue Printtitel und tausende neue Webseiten erweitert, freute sich APA-COO Klemens Ganner. Auch fand eine Aufstockung im Bereich Radio und TV von 500 Sendestunden pro Woche auf 5000 Sendestunden statt. Sie sind unmittelbar nach Sendungsende als Transkript abrufbar. Zudem seien nun 140 Podcasts im Volltext durchsuchbar und fand eine Erweiterung um Social Media statt.

Ein Agenda-Modul gewährt Einblick in den Terminkalender der APA-Redaktion und stellt die gesamte redaktionelle Planung transparent und live zur Verfügung. Ersichtlich sind zudem via APA-OTS eingesandte Termine. Über ein Datenmodul gibt es Zugriff auf laufend aktualisierte datenjournalistische Angebote der APA-Redaktion, etwa zu Wahlergebnissen oder Klimathemen. "Wir haben den Datenjournalismus in der APA massiv ausgebaut. Sauber recherchierte Informationen sind sehr wichtig und Daten eine sehr verlässliche Quelle", sagte die stellvertretende APA-Chefredakteurin Katharina Schell. Mit dem NewsDesk sei man nun eine "datenjournalistische zentrale Anlaufstelle" und biete auch auf Daten basierten automatisierten Journalismus an. Das Datenmodul umfasst die Plattform "APA-Wahlen" mit aktuellen Wahlergebnissen und Auswertungen sowie Liveblogs.

In den APA-Newsdesk ist ein KI-gestützter Textassistent integriert. Dieser soll die Such- und Rechercheergebnisse verbessern und kann Texte auf eine gewünschte Länge kürzen, Titelvarianten generieren oder Social-Media-Posts erstellen. In Kürze soll eine Lektorat-Funktion verfügbar sein. Ziel ist, mithilfe Künstlicher Intelligenz Routinetätigkeiten zu unterstützen. Die eingegebenen Daten werden nicht zu Trainingszwecken verwendet.

Viele weitere Puzzlesteine sollen in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren folgen, versprach Scholl. "Die Plattform als virtueller Newsroom wächst weiter." (APA, 14.5.2024)