Mit dem Start ins neue Ausbildungsjahr im Herbst sind auch Änderungen in einigen Lehrlingsausbildungen geplant. Betroffen sind davon rund 2400 Lehrverhältnisse, wie das Arbeits- und Wirtschaftsministerium in einer Aussendung mitteilte. Im Verhältnis zu den etwa 101.000 Lehrlingen entspricht das zwar nur einem kleinen Anteil, das sogenannte Lehrlingspaket bringt aber neben einigen Neuerungen auch gänzlich neue Berufsbilder.

Ausbildungen sollen künftig in drei weiteren klimarelevanten Bereichen möglich sein: Faserverbundtechnik, Fernwärmetechnik sowie Klimagärtnerin und Klimagärtner. In den Lehrberufen Elektronik, Holztechnik, Metalldesign und Vermessungs- und Geoinformationstechnik ist eine Überarbeitung der Berufsbilder vorgesehen – diese betrifft insgesamt etwa 1300 Lehrlinge, die meisten davon – rund 800 – in der Elektronik.

Man repariert ein Fahrrad
Aus Ausbildungsversuchen wie Fahrradmechatroniker oder Sportgerätefachkraft sollen künftig Regellehrberufe werden oder für diese zumindest die Pilotversuchsphase verlängert werden.
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Für angehende Hotel- und Restaurantfachkräfte sowie Lehrlinge in der Steinmetztechnik sollen die Regelungen zu den Lehrabschlussprüfungen neu erlassen werden. Aufgrund der positiven Evaluierung sei außerdem geplant, dass die Lehrberufe Bauwerksabdichtungstechnik, Fahrradmechatronik, Maskenbildnerin/Maskenbilder, Nah- und Distributionslogistik und Sportgerätefachkraft, die heute als Ausbildungsversuche gelten, in Regellehrberufe überführt oder zumindest die Pilotversuchsphase verlängert werden.

Fokus auf Zukunftsthemen

Die neuen "Ausbildungsordnungen" orientierten sich laut der Aussendung des Ministeriums zudem in Zukunft an unterschiedlichen Kompetenzen – zusätzlich zur eigentlichen Fachausbildung – und gliedern sich in fachliche und fachübergreifende Kompetenzbereiche wie "Arbeiten im betrieblichen und beruflichen Umfeld", "Qualitätsorientiertes, sicheres und nachhaltiges Arbeiten" sowie "Digitales Arbeiten".

Das Paket ging vergangenen Freitag in Begutachtung. Die Frist endet am 7. Juni, die entsprechenden Verordnungen sollen noch im Juli in Kraft treten, damit sie im kommenden Ausbildungsjahr bereits umgesetzt werden können. "Mit modernen Lehrberufen wollen wir die Lehre als besonders attraktive Ausbildungsform positionieren", sagte Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP). Das neue Lehrberufspaket trage zu diesem Ziel durch neue Berufsbilder und neue Lehrinhalte, wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit, bei und sei ein wichtiges Element im Kampf gegen den Fachkräftemangel.

Die Anzahl der Lehrlinge ist seit Jahrzehnten rückläufig. Auch im April überstieg auf dem Lehrstellenmarkt das Angebot die Nachfrage: Laut Arbeitsmarktservice kamen auf 8183 sofort verfügbare Stellen nur 6166 Interessenten. (APA, red, 15.5.2024)