Elon Musk schränkt nun die Verwendung des Begriffes "cis" auf X ein.
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Schon im Juni letzten Jahres, am ersten Tag des Pride Month, kündigte Elon Musk an, dass die Begrifflichkeiten "cis" und "cisgender" auf seiner Plattform X als beleidigende Äußerungen gewertet werden. Diese beschreiben eine Person, deren biologisches und soziales Geschlecht übereinstimmen. Der Ankündigung, mit der Musk nicht das erste Mal transfeindlich auffiel, folgten aber zunächst keine Konsequenzen, bis Nutzer diese Woche das erste Mal von Warnmeldungen und eingeschränkter Sichtbarkeit berichteten.

Noch keine Sperren, aber Einschränkungen

Versuchten Nutzer von X dieser Tage, einen Post zu veröffentlichen, der einen der beiden genannten Begriffe beinhaltete, wurde ihnen ein bildschirmfüllender Hinweis angezeigt. Dieser warnt: "This post contains language that may be considered a slur by X and could be used in a harmful manner in violation of our rules." Daraufhin wird die Wahl gelassen, den Beitrag trotzdem zu veröffentlichen oder ihn zu löschen. Die Entscheidung, dennoch zu posten, führte bislang nicht zur tatsächlichen Sperrung von Konten. Die Beiträge wurden jedoch mit einem Vermerk versehen, der auf einen möglichen Verstoß gegen die Regeln zu hasserfülltem Verhalten hinweist, und die Sichtbarkeit der Beiträge wurde eingeschränkt. Vonseiten der Pressesprecher von X wurde bisher keine Stellungnahme zu der Thematik veröffentlicht.

X/Screenshot

Transfeindliche Stimmung auf X

Dies ist nicht der erste Vorstoß in Richtung einer transfeindlichen Haltung, seit Elon Musk die Plattform übernommen hat. Letztes Jahr wurde eine Richtlinie aus dem Jahr 2018 aufgehoben, die das bewusste Deadnaming und Misgendern, also die gezielte Benutzung eines abgelegten Namens oder eines falschen Geschlechts von Personen, untersagte. Hierauf ist nun keine Einschränkung oder Sperrung des Accounts mehr zu fürchten, es sei denn, die lokale Gesetzgebung erfordert dies. Im November wurde außerdem eine Timeline-Takeover-Werbung für einen Anti-Trans-Film der rechten Medien-Non-Profit-Organisation PragerU geschaltet, die auch dafür bekannt ist, den Klimawandel anzuzweifeln. (hlk, 16.5.2024)